De Signatura Rerum
(Von der Geburt und Bezeichnung aller Wesen)

Was ist diese äußere Welt? Wie entsteht sie? Warum gibt es so viele Unterschiede in den Formen und Eigenschaften der Materie, Pflanzen, Tiere und Menschen? Solche Fragen haben sich die Menschen wohl immer schon gestellt. Was bedeuten all die Zeichen und Bezeichnungen oder (auf Lateinisch) Signaturen? Und diese Fragen sind immer auch eng mit den großen Fragen verbunden: „Wer bin ich? Wo komme ich her? Und wo gehe ich hin?“ Jacob Böhme versucht uns darauf Antworten zu geben, die unseren modernen Geist bis an seine Grenzen und weit darüber hinaus herausfordern. Sind Sie bereit für diese Herausforderung? Dann wünschen wir viel Erfolg beim Lesen und Meditieren!

Inhaltsverzeichnis - »De Signatura Rerum« (1622)

Vorrede des Autors an den weisheitsliebenden Leser
1. Kapitel - Von der Geburt und Bezeichnung aller Wesen
2. Kapitel - Von Widerwärtigkeit und Streit im Wesen aller Wesen
3. Kapitel - Vom großen Mysterium aller Wesen
4. Kapitel - Von der Geburt der Elemente, Planeten und Metalle
5. Kapitel - Vom Sterben und der Auferstehung des Leibes
6. Kapitel - Wie sich Wasser und Öl gebären
7. Kapitel - Wie Adam und Luzifer verdorben wurden
8. Kapitel - Vom Sulphur-Sud der Erde und dem Wachstum
9. Kapitel - Von der äußeren Signatur durch das Innere
10. Kapitel - Von der inneren und äußeren Kur des Menschen
11. Kapitel - Vom Prozeß Christi in Leiden, Tod und Auferstehung
12. Kapitel - Von der siebenten Gestaltung im Reich der Mutter
13. Kapitel - Der Widerwille von Geist und Körper und dessen Heilung
14. Kapitel - Das Rad des Lebens von Sulphur, Mercurius und Sal
15. Kapitel - Vom Willen des großen Mysteriums im Guten und Bösen
16. Kapitel - Von der ewigen Signatur und himmlischen Freude

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Jacob Böhme, De Signatura Rerum, 1682

In diesem Titelbild von 1682 zur Amsterdamer Ausgabe des „De Signatura Rerum“ über „die Geburt und Bezeichnung aller Wesen“ sieht man im Zentrum das Planeten-Rad umgeben vom Kreis der zwölf Sternzeichen. In der Mitte innerhalb der vier konzentrischen Kreise wäre dann unsere Erde zwischen Sonne und Mond, die sich oben und unten gegenüberstehen. Links von der Sonne steht das Symbol für den Mars, und rechts für den Saturn. Links vom Mond steht die Venus, und rechts Jupiter. Merkur als siebenten kann man zunächst nicht entdecken. Die Sonne befindet sich in einem nach oben gerichteten Dreieck als Symbol für das Feuer und trägt Flügel, vielleicht als aufstrebende Kraft. Der Mond befindet sich in einem nach unten gerichteten Dreieck als Symbol für das Wasser innerhalb eines dunklen Kastens, der vermutlich die Körperlichkeit andeutet. Und um diese dunkle materiell-körperliche Welt herum kann man die geistig-himmlische Welt im hellen Licht erkennen, das auch von vier Feuern ausgeht, vielleicht in Anspielung auf das heilige ganzheitliche Element, aus dem die vier irdischen Elemente von Feuer, Luft, Wasser und Erde geboren wurden. Über der irdischen Sonne befindet sich der Heilige Geist mit dem hebräischen Gottesnamen JHWH, von dem ein Licht in alle Richtungen durch den Himmel strahlt. Unter dem irdischen Mond wird das himmlische Jerusalem angedeutet, eine Stadt mit zwölf Toren für die zwölf Apostel oder zwölf Stämme Israels und mit goldenen Gassen, in deren Mitte das göttliche Opferlamm mit dem Kreuzbanner oder der Siegesfahne ruht und alles erleuchtet. Dieses Bild des himmlischen Jerusalems stützt sich wohl auf eine Beschreibung in der biblischen Offenbarung Kapitel 21, spielt aber in diesem Text von Jakob Böhme keine direkte Rolle. Nun bleibt die Frage nach dem Symbol des Merkurs bzw. Mercurius. In Anbetracht der bedeutenden und zentralen Rolle dieser Gestaltungskraft im vorliegenden Text ist zu vermuten, daß hier der Künstler mit dem ganzen Bild spielt. Den inneren Kreis des Merkur-Symbols ☿ könnte man im ganzen Kreis der irdischen Welt mit den Sternen und Planeten wiederfinden. Die Mondsichel über dem Kreis des Symbols erinnert an die Flügel des Heiligen Geistes und auch der irdischen Sonne. Und das Kreuz unterhalb des Kreises im Merkur-Symbol kann man unten im himmlischen Jerusalem wiederfinden oder auch oben im Kreuz von „SIGNATURA-RERUM“, der „Bezeichnung aller Wesen“, denn im Himmel ist Oben und Unten nur Eins. Dazu könnte man noch viel schreiben, aber all das findet man ausführlich in diesem wunderbaren und höchst tiefgründigen Text von Jacob Böhme.

Verwendete Quellen zur deutschen Überarbeitung

De Signatura Rerum, Jacob Böhme, 1635
De Signatura Rerum, Jacob Böhme, Amsterdam, 1682
De Signatura Rerum, Jacob Böhme, 1730
Jakob Böhme's Sämmtliche Werke, Band 4, 1843
The Signature of All Things, Jacob Böhme, 1912
Signatura rerum, or the signature of all things, John Ellistone, 1651

Veröffentlichung: 27.07.2022