Die drei Prinzipien Göttlichen Wesens

(Text von Jacob Böhme von 1619, deutsche Überarbeitung 2021)

Beschreibung der drei Prinzipien des göttlichen Wesens

Von der ursprungslosen ewigen Geburt der heiligen Dreifaltigkeit Gottes, und wie durch und aus derselben die Engel und Himmel, auch die Sterne und Elemente samt allen kreatürlichen Wesen und alles, was da lebt und schwebt, geschaffen worden sind. Vornehmlich vom Menschen, woraus er geschaffen wurde und zu welchem Ende (bzw. Ziel), und auch, wie er aus seiner paradiesischen Herrlichkeit in die zornige Grimmigkeit gefallen und in seinem ersten Anfang im Tode gestorben war, und wie ihm wieder geholfen wurde. Und auch, was der Zorn Gottes sei (bzgl. Sünde, Tod, Teufel und Hölle); wie dieser in ewiger Ruhe und großer Freude stand; auch wie alles in dieser Zeit seinen Anfang genommen hat, wie es sich jetzt treibt und schließlich wieder werden wird.

Geschrieben nach göttlicher Erleuchtung im Jahr 1619.

Vorrede des Verfassers an den christlichen und gottliebenden Leser

1. Es kann sich ein Mensch vom Mutterleib an im ganzen Lauf seiner Zeit in dieser Welt nichts vornehmen, was ihm nützlicher und nötiger sei, als daß er sich selbst wahrhaft erkennen lerne: 1.) Was er sei? 2.) Woraus oder von wem? 3.) Wozu er geschaffen wurde? und 4.) Was sein Amt sei? In solcher ernstlichen Betrachtung wird er zuerst finden, wie er samt allen Geschöpfen, die da existieren, in allem von Gott herkomme. Zweitens wird er auch in allen Geschöpfen finden, wie er die alleredelste Kreatur unter allen Geschöpfen sei. Daraus kann er dann auch zum Dritten finden, wie Gott ihm gegenüber gesinnt sei, weil er ihn auch zum Herrn über alle Kreaturen dieser Welt gemacht und ihn über alle Kreaturen mit Sinn, Vernunft und Verstand begabt hat, vornehmlich mit der Sprache, so daß er alles, was tönt oder sich regt, bewegt, webt und wächst, unterscheiden und von Jeglichem Tugend, Treiben und Herkommen erkennen kann. Und das Alles hat Er unter seine Hände getan, so daß er durch seine Sinne und den Verstand dies Alles bändigen und nach seinem Willen gebrauchen und treiben kann, wie es ihm gefällt.

2. Ja, noch höhere und größere Erkenntnis hat ihm Gott gegeben, so daß er allen Dingen ins Herz sehen kann, was für Wesen, Kraft und Eigenschaft sie haben, sei es in Kreaturen wie Erden, Steinen, Bäumen, Kräutern und allen beweglichen und unbeweglichen Dingen oder sogar in Sternen und Elementen, so daß er erkennt, wessen Wesen und Kraft sie sind und wie in dieser Kraft alle natürliche Sinnlichkeit, Wachstum, Entwicklung und lebendes Wesen steht.

3. Und über dies alles hat Gott ihm die (ganzheitliche) Vernunft und höchste Sinnlichkeit gegeben, so daß er Gott selbst als seinen Schöpfer erkennen kann, was, wie und wer er sei, auch wo er sei. Und woraus er selbst (als Mensch) geschaffen wurde und hergekommen sei. Und wie er des ewigen, ungeschaffenen und unendlichen Gottes Bild, Wesen, Eigentum und Kind sei. Und wie er aus Gottes Wesen (als Mensch) geschaffen wurde, in dem Gott sein Wesen und Eigentum hat, in dem er mit seinem Geist lebt und regiert, durch den Gott seine Geschäfte verrichtet und ihn als sein eigenes Herz und Wesen auch herzlich liebt, und um dessentwillen er diese Welt samt allen Kreaturen geschaffen hat, die oft ohne des Menschen Verstand und Regiment in solcher Qualität nicht leben könnten.

4. In dieser hohen Betrachtung steht die göttliche Weisheit selbst und hat weder Zahl noch Ende, und darin wird die göttliche Liebe zu den Menschen erkannt, so daß der Mensch erkennt, was Gott als sein Schöpfer sei und was er von ihm getan und gelassen haben will. Ja, das ist dem Menschen das Allernützlichste, was er je in dieser Welt suchen und ergründen kann. Denn er lernt hierin sich selbst erkennen, was für Materie und Wesen er ist, auch woher seine Sinnlichkeit und seine Vernunft kommen, und wie er aus Gottes Wesen geschaffen wurde. Wie eine Mutter ihr Kind aus ihrem eigenen Wesen gebiert und es pflegt, und ihm all ihr Gut zum Eigentum überläßt und es zum Besitzer macht, so tut es auch Gott mit dem Menschen, seinem Kind. Er hat ihn geschaffen und pflegt ihn, und hat ihn zum Erben aller seiner Güter gemacht. In solcher Betrachtung wächst die göttliche Erkenntnis und die Liebe zu Gott im Menschen, wie zwischen Kindern und Eltern, so daß der Mensch Gott, seinen Vater, liebt, weil er erkennt, daß er sein Vater ist, in dem er lebt, webt und ist, der ihn pflegt und ihn nährt. Denn so spricht auch Christus, unser Bruder, der uns vom Vater zum Heil geboren und in diese Welt gesandt wurde: »Das ist das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, wahrhaft erkennen. (Joh. 17.3)«

5. Wenn wir nun uns selbst erkennen, wie wir aus Gottes eigenem Wesen zu Gottes Bild, Wesen und Eigentum erschaffen sind, dann ist es ja recht und billig, daß wir in seinem Gehorsam leben und ihm folgen, weil er uns führt, wie ein Vater seine Kinder, und weil wir auch die Verheißung haben: »Wer mir nachfolgt, soll das Licht des ewigen Lebens haben. (Joh. 8.12)« Ohne diese Betrachtung (bzw. Selbsterkenntnis) sind wir alle blind und haben keine wahre Erkenntnis Gottes, sondern laufen wie das dumme Vieh dahin und betrachten uns selbst und die Schöpfung Gottes wie eine Kuh ein neues Scheunentor. Wir stellen uns gegen Gott und seinen Willen und leben im Widerstreben, das zur Verderbnis des Leibes und der Seele und der edlen Schöpfung Gottes führt. In welche grausame und schreckliche Finsternis sind wir nur geraten, so daß wir uns selbst nicht mehr erkennen lernen wollen, was wir sind, wessen Wesen und wessen Würde? Ob wir ewig oder mit dem Leib vergänglich sind? Oder ob wir auch von unserem Tun und Wesen Rechenschaft geben müssen, dieweil wir zu Herren aller Geschöpfe und Kreaturen gemacht wurden und dies alles in unserer Gewalt haben und treiben.

6. Dann werden wir unaufhaltsam sehen, wissen und empfinden, daß Gott von all unserem Handeln Rechenschaft fordert, wie wir mit seinen Geschöpfen haushalten (Luk. 16.2), und wenn wir von ihm und seinen Geboten abfallen, er uns schrecklich dafür bestraft. Dessen haben wir auch ein schreckliches Beispiel von der Welt her bei den Juden, Heiden und Christen, vornehmlich das Beispiel der Sündflut wie auch Sodom und Gomorra oder Pharao und Israels Hausen in der Wüste, und so geht es bis heute. Deshalb ist es ja das Allernötigste, daß wir Weisheit finden und uns selbst erkennen lernen, welche große Untugend wir an uns haben und wie grauenerregende Wölfe in uns leben, um Gott und seinem Willen zu widerstreben.

7. Es sollte sich kein Mensch wegen seiner Unwissenheit entschuldigen, denn Gottes Wille ist in unser Gemüt geschrieben, so daß wir wohl wissen, was wir tun sollen. Es überzeugen uns auch alle Kreaturen, und dazu haben wir noch Gottes Gesetz und Gebot, so daß es also keine Entschuldigung für unsere schläfrige und faule Nachlässigkeit gibt. Dann werden wir als faule und unnütze Knechte im Weinberg des Herrn befunden.

8. Und schließlich ist es uns allerhöchste Not, daß wir uns selbst erkennen lernen, weil der Teufel bei uns in dieser Welt wohnt, der Gottes und unser Feind ist und uns täglich verführt und betrügt, um von Gott, unserem Vater, abzufallen, wie er es unseren ersten Eltern angetan hat, damit er sein Reich mehre und uns um unser ewiges Heil bringe. So steht auch geschrieben: »Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe, und sucht, welchen er verschlinge. (1.Petr. 5.8)«

9. Weil wir nun in so schrecklicher Gefahr in dieser Welt schweben, so daß wir auf allen Seiten von Feinden umgeben sind und in unserer Pilgerschaft recht unsicher wandeln müssen, dazu den ärgsten Feind in uns tragen, den wir verdecken und nicht kennenlernen wollen (obwohl er doch der allerschädlichste Saft ist, der uns in Gottes Zorn stürzt, ja, er selbst ist der Zorn Gottes, der uns in das ewige Zornfeuer stürzt, in das ewig unverlöschliche Leid), so ist es besonders nötig, daß wir diesen Feind deutlich erkennen lernen, was er sei, wer er sei und wie er sei, wie er in uns kommt, was sein Recht und Eigentum in uns ist, wie auch des Teufels Recht und Zugang in uns, wie er mit unserem eigenen Feind befreundet ist, der in uns wohnt, wie sie einander günstig und hold sind, wie sie beide Gottes Feinde sind und uns immer nachstellen, um uns zu verderben und zu ermorden.

10. Ferner ist es hochnötig, uns zu betrachten und selbst kennenzulernen, aus dem gewichtigen Grund, weil wir sehen und wissen, daß wir sterben und verwesen müssen, wegen unseres eigenen Feindes, der Gottes und unser Feind ist, der in uns wohnt, ja, der halbe Mensch selbst ist. Und wenn dieser die Oberhand bekommt und bestimmend wird, stürzt er uns in den Abgrund zu allen Teufeln, um ewig bei ihnen zu wohnen in ewiger, unverlöschlicher Qual und Pein, in ewiger Finsternis. Ja, er stürzt uns in ein Haus des Wustes, in das ewige Vergessen alles Guten und in den Widerwillen Gottes, so daß uns Gott und alle Kreaturen ewig anfeinden.

11. Noch viel höhere Ursache haben wir, uns selbst erkennen zu lernen, wie wir im Guten und Bösen sind, weil wir die Verheißung des ewigen Lebens haben, so daß, wenn wir unseren eigenen Feind samt dem Teufel überwinden, wir Gottes Kinder sein sollen und in seinem Reich bei ihm und in ihm bei seinen heiligen Engeln in ewiger Freude, Klarheit, Herrlichkeit, Wohltun, Huld und Güte ohne eine einzige Berührung oder Erkenntnis des Bösen in Gott ewig leben. Dazu haben wir die Verheißung, so daß, wenn wir unseren eigenen Feind überwunden und in die Erde verscharrt haben, wir in einem neuen Leib, in dem keine Qual sein wird, am Jüngsten Tag wieder hervorgehen und mit Gott ewig in vollkommener Liebe, Freude, Wonne und Seligkeit leben sollen.

12. So haben wir auch die Erkenntnis und Wissenschaft, daß wir die vernünftige Seele in uns haben, die in Gottes Liebe und unsterblich ist; und wenn sie von ihrem Gegensatz nicht überwunden wird, sondern gegen ihren Feind kämpft wie ein geistiger Ritter, daß ihr Gott mit seinem Heiligen Geist beistehen will, um sie zu erleuchten und kräftig zu machen, um über alle ihre Feinde zu siegen. So will er für sie streiten und sie in der Überwindung des Bösen als einen treuen Ritter glorifizieren und mit der schönsten Himmelskrone krönen. (2.Tim. 4.7, Offb. 2.10)

13. Wenn der Mensch nun weiß, daß er auch ein zweifacher Mensch ist, im Guten und Bösen habhaft, und daß dies Alles sein Eigentum ist und er selbst der Einige Mensch ist, der da gut und böse wurde und nun von beiden die Belohnung zu erwarten hat; und daß, wo er hier in diesem Leben hinstrebt, auch gleichsam seine Seele hinfährt, wenn er stirbt; und daß er bezüglich seiner Arbeit, die er hier macht, am Jüngsten Tag in dieser Kraft auferstehen und darin ewig leben und glorifiziert wird, oder daß dieses seine ewige Speise und Qual sein wird: So ist ihm ja hochnötig, daß er sich selbst erkennen lerne, wie er beschaffen sei, woher ihm der gute und böse Trieb kommt und was doch das Gute und Böse in ihm selber sei, auch wo es herrühre, was der eigentliche Ursprung alles Guten und alles Bösen sei, und wovon oder wodurch doch das Böse in Teufeln, Menschen und allen anderen Kreaturen komme. Zumal der Teufel ein heiliger Engel gewesen war und auch der Mensch gut erschaffen worden ist, aber sich trotzdem solche Unlust in allen Kreaturen befindet, daß sich alles beißt, schlägt, stößt, quetscht und anfeindet, und so ein Widerwille in allen Kreaturen erscheint und ein jeglicher Körper mit sich selbst uneins ist, wie man nicht allein an lebendigen Kreaturen sehen kann, sondern auch an Sternen, Elementen, Erden, Steinen, Metallen, Laub, Gras und Holz. In allen ist Gift und Bosheit. Und so findet man (schließlich) auch, daß es so sein muß, sonst wäre weder Leben noch Beweglichkeit, auch weder Farbe, Tugend, Dickes, Dünnes oder jede andere Empfindung, sondern Alles wäre ein Nichts.

14. In solcher hohen Betrachtung findet man, daß dies Alles von und aus Gott selbst herkomme, und daß es aus seinem eigenen Wesen sei, das er selbst ist und er selbst aus sich so geschaffen habe. Und so gehört das Böse zur Bildung und Beweglichkeit, und das Gute zur Liebe, und das Strenge oder Widerwillige zur Freude. Denn soweit die Kreatur im Licht Gottes ist, soweit läßt das Zornige oder Widerwillige die ewige Freude aufsteigen. Wenn aber das Licht Gottes erlischt, dann läßt es die ewige leidvolle Qual im höllischen Feuer aufsteigen.

15. Wie dies alles sei, will ich hier durch drei göttliche Prinzipien beschreiben, darin alles erklärt wird, was Gott, Natur, Schöpfung, Gottes Liebe und Güte, Gottes Wallen und Wille, der Teufel und Gottes Zorn sei: in Summa, was Freude und Leid ist, und wie Alles seinen Anfang nimmt und auch ewig währt. Auch wollen wir den rechten Unterschied zwischen den ewigen und vergänglichen Kreaturen darstellen, besonders vom Menschen und seiner Seele, was sie sei und wie sie eine ewige Kreatur ist, aber auch was der Himmel sei, darin Gott und die heiligen Engel und Menschen wohnen, und was die Hölle sei, darin die Teufel wohnen, und wie alles aus dem Ursprung so geschaffen und geworden sei: in Summa, was das Wesen aller Wesen ist.

Weil mich die Liebe Gottes mit dieser Erkenntnis begnadet hat, will ich mir solches als eine Erinnerung oder ein Gedächtnis aufschreiben, weil wir in dieser Welt in so großer Gefahr zwischen Himmel und Hölle leben und uns stets mit dem Teufel streiten müssen. Und falls auch ich vielleicht durch Schwachheit in Gottes Zorn falle, dadurch mir das Licht meiner Erkenntnis entzogen werden könnte, dann möge ich solches zu einer Erinnerung und Wiederaufrichtung haben (bzw. in der Welt finden).

16. Denn Gott will, daß allen Menschen geholfen werde, und will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich wieder bekehre, zu ihm wende und in ihm ewig lebe. Zu diesem Ziel hat er sein eigenes Herz Mensch werden lassen, und das ist sein Sohn, so daß wir uns an ihn halten und aus unseren Sünden und Widerwillen in ihm wieder auferstehen und neugeboren werden sollten.

17. Darum ist in dieser Welt dem Menschen nicht nützlicher, während er in diesem elenden und verdorbenen Fleischhaus in so großer Gefahr lebt, als daß er sich selbst wahrhaft erkennen lerne. Und wenn er sich wahrhaft erkennt, dann erkennt er auch Gott, seinen Schöpfer, samt allen Kreaturen. Auch erkennt er, wie Gott ihm gesinnt sei, und diese Erkenntnis ist mir die allerliebste, die ich jemals gefunden habe.

18. Wenn es nun wirklich geschehen soll, daß diese Schriften gelesen werden, und vielleicht diese sündhafte Welt und ihre Mastsäuen darüber kommen und in meinem Lustgarten wühlen, die nichts wissen oder verstehen können als nur zu lästern und hochmütig zu verhöhnen, weil sie weder sich selbst noch Gott erkennen, noch vielweniger seine Kinder, so will ich doch ihnen nichts geschrieben haben und verschließe mein Buch mit einer festen Mauer und Riegel vor solchen Idioten und wilden Teufelskälbern, die doch nur in des Teufels Mordgrube bis über die Ohren sitzen und sich nicht kennen, und eben das tun, was der Teufel als ihr Lehrmeister tut, und so bleiben sie Kinder des grimmigen Zorns Gottes. Aber den Kindern Gottes will ich hierin Alles klar genug beschrieben haben. Die Welt und der Teufel mögen wüten und toben bis in den Abgrund, denn ihr Stundenglas ist aufgestellt (und ihre Zeit läuft ab), so daß jeder ernten wird, was er gesät hat. Und so wird Manchen das höllische Feuer, an das er hier keinen Glauben hatte, für seinen stolzen und verächtlichen Hochmut wohlverdient kitzeln.

19. Auch ist es mir nicht wohl dabei, dies aufzuschreiben, zu unterlassen, dieweil Gott für seine Gaben von Jedem Rechenschaft fordern will, wie er diese angelegt hat. Denn er will sein überantwortetes Pfund mit Wucher fordern und dem geben, der viel gewonnen hat (Matth. 25.14). Weil ich Ihm aber gegenwärtig nicht mehr tun kann, so lasse ich seinen Willen walten und schreibe nun nach meiner Erkenntnis immerfort alles nieder.

20. Die Kinder Gottes werden mein Schreiben und den Inhalt wohl verstehen, denn es hat ein gar treffliches Zeugnis, weil es mit allen Kreaturen und allen Dingen bewiesen werden kann, vornehmlich am Menschen, der Gottes Bild und Gleichnis ist. Aber den Kindern der Bosheit bleibt es verborgen, und ein festes Siegel ist davor. Obwohl der Teufel den Braten riechen wird und das Sturmwetter vom (Sonnen-) Aufgang bis Mitternacht erregen möchte, weil dann im grimmigen Baum (von Gut und Böse) eine Lilie mit einer Wurzel wächst, soweit der Baum mit seinen Ästen reicht, und ihren Geruch bis ins Paradies Gottes bringt.

21. So wird eine Zeit kommen, die ist wunderlich. Weil sie aber in der Nacht beginnt, werden es viele wegen ihres Schlafes und der großen Dunkelheit nicht sehen. Doch den (wahren) Kindern wird die Sonne mitten in der Nacht scheinen. Und damit empfehle ich den Leser der gütigen Liebe Gottes.


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