Das Mysterium Magnum

(Text von Jacob Böhme 1623, deutsche Überarbeitung 2022)

71. Kapitel - Wie Josef seinen Brüdern die Säcke füllen ließ

Wie Josef seinen Brüdern ihre Säcke füllen ließ und das Geld oben in ihre Säcke hineinlegen, sowie auch seinen Becher in Benjamins Sack, und ihnen nachjagen und sie des Diebstahls bezichtigen ließ, und was darunter zu verstehen sei. (1.Mose 44)

71.1. Moses spricht: »Und Josef befahl seinem Haushalter und sprach: „Fülle den Männern ihre Säcke mit Speise, so viel sie fortbringen können, und lege jedem sein Geld oben in seinen Sack. Und meinen silbernen Becher lege oben in des Jüngsten Sack mit dem Geld für das Getreide.“ Der Haushalter tat so, wie ihm Josef gesagt hatte. Am Morgen, als es licht wurde, ließen sie die Männer mit ihren Eseln ziehen. Als sie aber zur Stadt hinaus waren und nicht weit gekommen, sprach Josef zu seinem Haushalter: „Auf, jage den Männern nach! Und wenn du sie ergreifst, dann sprich zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten? Das ist doch der Becher, aus dem mein Herr trinkt und aus dem er weissagt! Ihr habt übel getan!“ Und als er sie ergriff, redete er mit ihnen solche Worte.«

71.2. In dieser Darstellung steht nun ein Christ, wenn er es mit wahrhaftem Ernst geworden ist, im Bild der Prüfung auf Christi Pilgerstraße in dieser Welt, wie ihn Gott nun übt und läutert. Denn dies ist der Prozeß auf Christi Pilgerstraße, wie sich Gott und auch die Welt gegen den kreatürlichen Verstand des Menschen stellen. Denn in diesem Bild sehen wir, wie Gott den busfertigen Menschen, wenn es ihm wirklich Ernst wird, seine Säcke, als das Gemüt und das Gewissen in der Eigenschaft des Lebens mit seiner Gnade füllt und ihm den Kelch des Heils, als den wahren silbernen Becher und Kelch Christi, daraus er in seinem Leiden trank, oben in die Säcke der eingefüllten Gnade legt, daraus ein Christ auch trinken muß, um Christus in seiner Schmach nachzufolgen.

71.3. Denn der Becher Josefs, daraus er trank und weissagte, ist in dieser Geschichte nichts anderes, als der Becher Christi seines Testaments vor seinem Leiden, aus dem er mit seinen Jüngern trank und dadurch von seinem ewigen Reich weissagte, daß, wer aus diesem Kelch trinken würde, der würde mit ihm vom ewigen Leben weissagen.

71.4. Aber diese Geschichte deutet den großen Ernst an, wie dieser Becher den Kindern Gottes eingeschenkt wird, und was der Wein sei, den sie daraus trinken müssen. Denn erstlich schickt Josef seinen Haushalter hinterher und läßt ihnen sagen, sie hätten ihm den Becher gestohlen, und stellt sich damit hart gegen sie, obwohl sie doch unschuldig waren. So ist es auch, wenn einem Christen seine Säcke mit dieser Speise gefüllt werden, dann wird ihm Christi Becher dazugelegt. Diesen greift nun der Grimm Gottes in der menschlichen Natur nach seiner Seele und nach dem sterblichen Leib an und spricht zum Gewissen: „Du hast diesen Becher nicht aus Naturrecht zu Recht, denn du hast ihn aus Gottes Haus, Gnade und Kraft gestohlen. Das Himmelreich leidet darin Gewalt, und so hast du Gewalt getan und diesen Becher zu dir in deinen Sack gezogen. Du hast die Gnade nicht im Naturrecht, aber willst mit diesem Becher in Frieden auf dieser Straße dahinwandern.“

71.5. Aber nein, das gilt dir nicht. Willst du Christi Gnade in dir mitnehmen, dann mußt du auch sein Leiden, Sterben, Spott, Verfolgung und Elend auf dich nehmen, dich immerzu in der Welt als einen falschen Menschen schelten (bzw. beschimpfen) lassen und vor der pharisäischen Heuchelei als einen Schalk achten lassen, der ihnen ihren Becher gestohlen und in seine Gewalt genommen habe, weil er nicht mehr vor der großen babylonischen Hure niederknien will, die einen Becher voll Heuchelei und Lästerung eingeschenkt hat, und auch nicht mehr aus diesem Becher trinken will. So beschimpft sie ihn als einen Schalk, der ihr den Becher und die Gewalt gestohlen habe, und rennt ihm nach und will ihn ermorden. Sie verdammt ihn zum zeitlichen und ewigen Tod und beschimpft ihn ohne Unterlaß als einen Treulosen, der den Becher gestohlen hat.

71.6. Das heißt, wenn ein wahrer Christ den Becher Christi erreicht und daraus trinkt, dann kommt der Zorn Gottes in der fleischlich bösartigen Natur sowie der Teufel und die bösartige Welt und setzen ihm von allen Seiten zu, weil er diesen Becher in ihrer Wohnung (der Welt) hat und gegen sie weissagt, daß sie den Becher der Hurerei und des Greuels in sich haben, und weil er das offenbart, und nicht mehr mit ihnen aus ihrem Becher der Heuchelei und Lästerung trinken will.

71.7. Dann muß ein Christ seinen Sack der Gnade Gottes vor ihre Füße niederlegen und sich in ihrer Schändung und Schmähung binden und fangen lassen. Da nimmt man ihm oft Leib und Leben, Ehre und Gut, und stellt ihn mit seinem Becher vor ihr Urteil. Hier muß nun ein Christ aus seinem Becher Christi Spott, Kreuz, Leiden und Tod trinken und Christus mit diesem Becher nachfolgen, und kann mit den gefüllten Säcken der Gnade Christi nicht in Frieden durch diese Welt heim in sein ewiges Vaterland ziehen. Denn er muß Christi Bild ähnlich werden und ihm in seinem Weg nachfolgen, den er in dieser Welt wandelte. Dies ist in dieser Geschichte gewaltig dargestellt.

71.8. Denn Josefs Brüder standen jetzt in der Bildung eines belehrten Christen, dem Gott Christus angezogen und mit der Gnade den Kreuzbecher mit hineingelegt hat, und dazu oben in den Sack, um anzudeuten, daß, wenn die Gnade Christi, die einem Christen geschenkt wird, wirken und Frucht bringen soll, dann geschieht es nicht in friedlichem Stillstand, darin ein Mensch in guter Ruhe und guten Ehrentagen sitzt, sondern im Streit um diesen Becher, denn er liegt oben im Sack der Gnade. Und so muß allezeit der Streit um diesen Becher vorhergehen.

71.9. Denn Christus sagt: »Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er Frieden auf Erden bringe, sondern Streit und Verfolgung, so daß eines gegen das andere sei und es verfolge. (Luk. 12.51)« Oder: »Er habe ein Feuer angezündet und wollte, daß es brenne. (Luk. 12.49)« Eben dies ist es, weshalb den wahren Christen allezeit widersprochen werden muß, und auch ihre eigenen Hausgenossen im Fleisch und Blut müssen ihre Feinde sein, damit der gesäte Perlenbaum bewegt werde und Frucht wirke.

71.10. Gleichwie ein irdischer Baum in Hitze, Kälte und Wind in großen Anstößen in Widerwertigkeit stehen muß, dadurch der Saft aus der Erde in den Baum gezogen wird, so daß er blüht und Frucht trägt, so muß auch die arme Seele in solchen Anstößen und Widerwärtigkeiten (der natürlichen Gegensätze) in Spott und Elend die Kraft aus der geschenkten und dargebotenen Gnade, als aus dem Acker und Wort Gottes, mit ernstem Beten und Wirken in sich ziehen und dadurch die Früchte des Glaubens gebären, nämlich gute Lehre und Wandel.

71.11. Denn dadurch speist die Seele den Geist Christi, und Christus speist wiederum die Seele aus dem Sack der wesentlichen Gnade, nämlich mit seinem Fleisch der wesentlichen Weisheit Gottes, und so gibt sich eines dem anderen zu einer stetigen immerwährenden Wirkung.

71.12. Und wir sehen hier, wie auch der Gottlose Gott in seiner Gnadenwirkung dienen muß, denn er ist sein Sturmwind. Und sein Fluchen und Lästern über Gottes Kinder ist die Hitze und die Kälte, mit denen Gott sein Perlenbäumlein in seinen Kindern bewegt, damit es nach himmlischem Saft hungert und diesen in sich zieht und wächst. Und dies ist es, davon Christus sagte, er wäre auf die Erde gekommen, um Streit zu bringen. Denn Christi Reich ist im Streit gegen Hölle und Teufel, und Christus streitet ohne Unterlaß in seinen Kindern und Gliedern mit dem Satan um das Reich.

71.13. Denn im irdischen Menschen liegt noch der Grund der Schlange, als eine Wohnung des Satans, darin der Satan dem Reich Christi widersteht. So widersteht wiederum auch das Reich Christi in der Gnade mit dem Becher Christi dem Reich des Satans. Und so währt dieser Streit immerfort, solange der irdische Leib währt.

71.14. Denn so wirkt Gottes Zorn in der Liebe, damit die Liebe (als das ewige Eine und Gute) schiedlich (bzw. erkennend), empfindlich und findend werde. Denn im Streit und Widerwillen wird sich der Ungrund, als das ewige Eine offenbar, das jenseits der Natur und Kreatur ist.

71.15. Und darum hat sich Gott mit seinem heiligen Wort der Kräfte in Natur und Kreatur, dazu in Leid und Qual, in Licht und Finsternis hineingeführt, damit die ewige Kraft seines Wortes in der Weisheit mit seinem ausgesprochenen Wort schiedlich und empfindlich werde, so daß eine Wissenschaft (bzw. bewußte Erkenntnis) sei.

71.16. Denn sonst wäre die Wissenschaft des ewigen Einen nicht offenbar, und es wäre auch keine Freude, und wenn sie wäre, dann wäre sie sich doch selbst nicht offenbar. So offenbart sie sich durch Einführung in die Natur durch die Unterschiedlichkeit des Sprechens, weil sich das Sprechen in Eigenschaften hineinführt, und die Eigenschaften in den Widerwillen (der Gegensätze). So wird durch die vielen Widerwillen das eine ewige Gute, das sich im Wort des Sprechens mit in die Unterschiedlichkeit hineinführt, schiedlich (erkennbar), kreatürlich und bildlich.

71.17. Ansonsten, wenn das Böse im Widerwillen keinen Nutzen hätte, dann würde es Gott, als das ewige einige Gute (bzw. Vollkommene), nicht dulden, sondern zunichte machen. Aber so dient es zur Offenbarung der Herrlichkeit Gottes und zum Freudenreich und ist ein Werkzeug Gottes, mit dem er sein Gutes bildlich macht, auf daß das Gute erkannt werde. Denn wenn kein Böses wäre, dann würde das Gute nicht erkannt.

71.18. Wenn kein Zornfeuer wäre, dann könnte auch kein Lichtfeuer sein, und so wäre sich die ewige Liebe verborgen, denn es wäre nichts, das da geliebt werden könnte. Doch so hat die Liebe Gottes eine Ursache zu lieben, denn sie liebt die Verlassenheit, als die Schwachheit, damit sie auch groß werde.

71.19. Denn Gottes Liebe kommt allein den Schwachen, Demütigen und Verlassenen zu Hilfe, und nicht dem, was in Feuersmacht fährt, also nicht der Macht der Eigenheit, sondern der Unmacht und Verlassenheit. Was niedrig, ungeachtet, demütig und verlassen ist, in dem wirkt die Liebe und wohnt darin.

71.20. Denn die Liebe ist in ihrer Selbsteigenschaft nichts anderes als die göttliche Demut aus dem Grund des Einen. Die Liebe sucht und begehrt nichts, als nur das Eine, denn sie ist selbst das Eine, als das ewige Nichts, und doch durch Alles und in Allem. Aber der Ichheit des eigenen Wollens ist sie eine Vernichtung.

71.21. Darum erscheint vor Gottes Liebe alles töricht und bösartig, was in eigenem Vermögen selber will. Auch wenn es wohl nützlich ist und sich dadurch das Nichtwollen offenbart, so ist es doch vor dem Nichtwollen nur eine Phantasie, als ein Spiel eines Selbertreibens und sich selber Quälens.

71.22. Denn was nichts will, als nur das, daraus es gekommen ist, das hat in sich selbst keine Qual, denn es ist sich selbst nichts, sondern gehört nur dem, daraus es gekommen ist. Es steht dem Macher da, der es gemacht hat, und er kann es ein Etwas (Ichts) oder ein Nichts sein lassen: So ist es mit dem ewigen Einen ein (ganzheitliches) Ding. Denn es quält sich nicht, es liebt sich nicht, und es fühlt sich nicht in eigenem Willen, denn es hat keinen eigenen Willen, sondern ist dem Ganzen ergeben.

71.23. Wie wir sehen, daß auch die vier Elemente in sich selbst in solchem Willen stehen, denn sie sind vier und doch nur eines. Denn die vier stehen in einem Grund, und der Grund ist weder Hitze noch Kälte, weder feucht noch trocken, denn er ist das einige (ganzheitliche) Element, ein unempfindliches Leben. Aber so wäre es sich selbst nicht offenbar. Darum hat es Gott bewegt und aus sich selbst ausgehallt und ausgewickelt, so daß es sich selber widerwärtig (bzw. gegensätzlich) sei und immer im Streit stehe, damit das Eine in der Vielfalt offenbar sei.

71.24. Aber darin zerbricht keines das andere, so daß es aufhöre und ein Nichts sei. Sondern was überwältigt wurde, das steht dem still, das es überwältigt hat, die Hitze der Kälte oder die Kälte der Hitze. Und es ist kein eigenes Besitzen noch Wollen, sondern ein Element will, daß das andere offenbar werde, und wenn es offenbar wird, dann gibt es sich dem stärksten im Weben. Und so ist ein Streit und doch die größte Liebe unter ihnen, denn wegen des Liebe-Ringens entsteht ihr Streit und Wollen oder Bewegen.

71.25. Darum ist sich der Mensch wegen seines eigenen Wollens ein Selber-Feind. Übergäbe er seinen Willen Gott und überließe sich Gott, dann wollte Gott durch ihn und mit ihm, und so wäre sein Wollen Gottes Wollen. Weil er aber sein Selber-Wollen liebt und nicht den, der ihm das Wollen gegeben hat, so ist er zweifach ungerecht.

71.26. Einmal wegen des eigenen Wollens, daß er dem Ursprung und Grund seines Wollens nicht stillhalten und mit ihm ein (ganzheitliches) Ding sein will, wie die vier Elemente ihr Wollen alle in den Grund hineingeben, aus dem sie kommen, und nur für diesen wallen und wollen.

71.27. Und zum anderen, daß er seine Liebe von der Liebe des Ungrundes abbricht, sich selber liebt, und die (göttliche bzw. ganzheitliche) Liebe, die ihm seine Liebe gegeben hat, verläßt und selber will, läuft, rennt, sorgt und nach Viel trachtet und sich von der Einheit abbricht (bzw. abtrennt). Darum läuft er in eigenem Wollen in den Gestaltungen der Natur und vier Elementen sowie in der Vielfalt der Essenz des Gestirns in ständiger Unruhe.

71.28. Und die Unruhe führt ihn in Angst, und die Angst steht in der Begierde seines Wollens, und die Begierde faßt sich ein und beschattet sich selber, so daß sie in sich finster wird und sich selber nicht mehr schauen kann. Darum läuft der eigene Wille ständig in finsterer Angst und quält sich in der Begierde und sucht die Liebe in der Begierde, aber findet darin nichts als Bilder der vier Elemente, welche die Begierde selber macht. So dient der Wille seinen Bildern und liebt die Bilder in sich. Und das ist die größte Torheit, welche die Natur geboren hat, und ist doch das Werkzeug, durch das die höchste Weisheit offenbar wird.

71.29. Oh ihr Menschen, die ihr euch wegen eurer eigenen Liebe und dem eigenen Wollen weise nennt und Ehre voneinander nehmt, wie toll seid ihr vor dem Himmel! Eure eigene Ehre, die ihr selber sucht, ist ein Gestank vor der einigen Liebe Gottes. Wer aber den anderen sucht, ehrt und ihn liebt, der ist Ein Ding mit dem Ganzen. Denn wenn er seinen Bruder sucht und liebt, dann führt er seine Liebe in seines Leibes Glieder und wird von dem geliebt, gesucht und gefunden, der den ersten Menschen aus seinem Wort machte, und ist mit allen Menschen nur Ein Mensch, nämlich mit dem ersten Adam nur Einer in allen seinen Gliedern, sowie auch mit dem anderen (zweiten) Adam als Christus nur Einer.

71.30. Denn Gott gab dem Menschen nur einen Willen, daß er nur das wollen sollte, was Gott wollte. Gott wollte die Welt und die Kreaturen, und die wollte er durch und aus seinem Wort, und die sollte auch der Mensch durch dasselbe Wort wollen. Wie es das Wort wollte, so sollte es auch der Mensch wollen. Gott schuf durch das Wort und aus dem Wort alle Dinge in seine Gleichheit, um eines wie das andere zu lieben: So sollte auch der Mensch seine Gleichheit lieben.

71.31. Denn alle Menschen sind nur der einige Mensch Adam: Gott schuf ihn allein, und das andere Schaffen überließ er dem Menschen, so daß er sein Wollen in Gott lassen sollte und mit Gott die anderen Menschen aus sich selber in die Gleichheit gebären. Weil es aber nicht geschah, so verfluchte Gott die dem Menschen gegebene Macht, so daß ihm das Wollen der Kreaturen widerwärtig (bzw. feindlich) wurde, weil er sie zum Mißbrauch wollte, und auch kein Herr mehr der Kreaturen sein wollte, sondern seine Liebe in sie vermengte, dadurch ihn die vier Elemente fingen und nach dem Leib auch zum Tier machten: So läuft er nun im Wollen des Fluchs.

71.32. Denn er ist Gottes Bild, aber bildet seinen Willen in tierische Bildung und zerrüttet die Ordnung Gottes, wie diese im Wort der Schöpfung gewesen ist. Er drückt das rechte wahrhaftige Wollen Gottes nieder und setzt sein eigenes Wollen an die Stätte. So ist er mit seinem Wollen ein Feind aller Kreaturen, und alle Kreaturen sind sein Feind.

71.33. Darum muß nun das göttliche Wollen im Menschen in solcher Angst im Widerwollen wiedergeboren werden, und das wahre göttliche Wollen der neuen Wiedergeburt muß sich von allen Kreaturen anfeinden lassen, weil der Mensch in seinem Leib ein tierisches Wollen trägt und das tierische Widerwollen samt dem Fluch darin offenbar ist. So feindet nun das Leben im Fluch das Leben im Frieden an und will es in sich nicht leiden.

71.34. Wenn aber das tierische Wollen im Fleisch ganz gebrochen und getötet werden könnte, dann würde der Fluch aufhören, und so könnte ihn keine Kreatur mehr anfeinden.

71.35. Weil dies aber nicht sein kann, muß der Mensch im Streit stehen und viel Böses von außen in sich wollen lassen, auch viel Böses aus sich selber in das wollen, was außerhalb von ihm ist, und steht so im Streit zwischen Bösem und Gutem und in Bösem und Gutem und lebt im Streit der Elemente und auch im Streit seines eigenen Wollens, das ihm Gott gab.

71.36. Denn er beschwert sich immerfort, es geschehe ihm unrecht, und ist doch selber ein unrechtes Wollen. Denn das rechte Wollen, das er in der Wiedergeburt bekommt, ist nicht sein eigenes natürliches Wollen, sondern es ist das Wollen der Gnade Gottes, die in seinem Wollen offenbar wird, welches Wollen sein natürliches Wollen täglich tötet und den Menschen durch Gottes Werkzeug in Form der Kinder des Zorns unter aller Augen schilt (bzw. anklagt).

71.37. Moses redet weiter und spricht: »Sie antworteten ihm: „Warum redet mein Herr solche Worte? Es sei fern von deinen Knechten, ein solches zu tun! Siehe, das Geld, das wir oben in den Säcken fanden, haben wir wiedergebracht zu dir aus dem Land Kanaan. Wie sollten wir dann aus deines Herrn Haus Silber oder Gold gestohlen haben? Bei wem er gefunden wird unter deinen Knechten, der sei des Todes! Dazu wollen auch wir meines Herrn Knechte sein.“ Er sprach: „Ja, es sei, wie ihr geredet habt! Bei wem er gefunden wird, der sei mein Knecht, ihr aber sollt frei sein.“«

71.38. Dies ist nun die Darstellung, wie sich das Gewissen zu rechtfertigen begehrt, wenn es vom Grimm des göttlichen Zorns angegriffen wird, daß es entweder Gott mit Plagen in der Natur, auch oft in Verbergung der Gnade, oder durch die böse Welt anklagt und als unrecht darstellt. So will es sich immerfort rechtfertigen, als geschehe ihm Unrecht.

71.39. Denn wenn es sich einmal zur Gnade gewendet und vom gottlosen Weg abgebrochen hat, dann denkt es nun, es solle ihm nichts Übels mehr widerfahren, denn Gott sei schuldig, es zu beschützen, und die Welt tue ihm unrecht, wenn sie es als falsch anklagt. Es dürfte nunmehr den Strafen und Plagen nicht unterworfen sein und mißt sich Frömmigkeit und Gerechtigkeit zu, so daß es Gott seine Gnade stiehlt und sich zum Eigentum zurechnet, als sei es nicht mehr an der Sünde schuldig.

71.40. So vermißt sich der Mensch auch oft gegenüber der Welt, wenn ihm die Welt noch Sünden und Laster zumessen will, daß, wenn er wirklich derselben schuldig sei, dann wolle er des Todes oder dergleichen sein, wie Josefs Brüder taten, die nichts vom Diebstahl mußten, aber auch nicht verstanden, daß alle ihre Ungerechtigkeit samt dem Diebstahl Josefs, als sie ihn ihrem Vater stahlen und verkauften, in den Säcken der Gaben Josefs und vor Josefs Augen offenbar stand, so daß Josef ihren Diebstahl wußte und erkannte, darum er sie auch als Diebe anklagen und ihnen als Diebe nachjagen ließ, um sie wieder zurückzuholen und vor das Recht stellte.

71.41. Denn anstatt ihres Diebstahls und begangenen Sünden, mit denen sie ihr Leben verbrochen (bzw. zum Verbrecher gemacht) hatten, ließ ihnen Josef seinen silbernen Becher in ihren Sack zur Gabe beilegen, und ließ sie des Diebstahls des Bechers beschuldigen, welches sie nicht gestehen wollten. Diese Darstellung versteht so:

71.42. Wenn ein Mensch so, wie oben erklärt, ein wahrer Christ wird, daß ihm Gott seine Gnade gibt, dann legt er ihm seine Gnade verborgen in seinen Sack des Leibes, in des Lebens Essenz, und legt ihm dazu den Kreuzbecher Christi, und beschuldigt ihn nun nicht mehr im Gewissen, wegen seiner vielfältig begangenen Sünden, denn er hat sie mit der Gnadenvergebung getilgt und ihm seine Gnade in den Sack seiner Sünden eingefüllt, nämlich für seinen Hunger der armen Seele. Aber er beschuldigt ihn nun des Bechers Christi, daß er daran schuldig sei, nämlich an Christi Spott, Leiden und Tod, daß er Christus mit seinen Sünden ans Kreuz gebracht hat, und daß er nunmehr des Kreuzbechers Christi schuldig sei und gar nicht gerecht.

71.43. Denn wenn ihm Gott die Todsünde durch die Gnade vergibt, dann läßt er diesen Becher Christi oben in die Gnade legen. Nämlich weil Christus ein Selbstschuldiger seiner Sünde geworden ist und diese auf sich genommen hat, so ist dieser Mensch nun am Becher des Kreuzes Christi schuldig (da Christus den Zorn Gottes im Menschen schmecken und austrinken mußte). Gottes Gerechtigkeit fordert ihn nun in das Leiden, den Spott und Tod Christi, daß er mit Christus sterben, sich in seinen Spott ergeben und mit Christus leiden soll.

71.44. Aber weil er es nicht tun kann und zu solchem Leiden im Zorn Gottes zu schwach ist, hat ihn die Gnade diesen Becher mit hineingetan, so daß er aus Christi Überwindung trinken soll und von Christi Leiden und Tod weissagen und denselben verkündigen.

71.45. Doch Gottes Gerechtigkeit, die nun den Menschen in den Prozeß Christi fordert, als in Christi Leiden und Tod, aber ihn in seinem Wandel und Willen nicht allemal darin findet, die klagt ihn als einen Dieb an, der Christi Kreuzbecher nur als ein Dieb im Sack der Essenz seines Lebens trägt, und fordert von ihm den Diebstahl, wenn er anders als im Prozeß Christi wandelt.

71.46. Denn Christus hat die Menschen in sein Leiden und seinen Tod eingenommen und der Gerechtigkeit des Zorns Gottes entwendet, und hat sie mit ihrem schuldigen ewigen Tod in seinen unschuldigen Tod hineingeführt, und ist ihrer Sünde und Bosheit in sich selbst abgestorben. Und in diesem Absterben Christi fordert nun Gottes Gerechtigkeit im Zorn einen Christen-Menschen.

71.47. Wenn er aber außerhalb wandelt und nicht darin, dann spricht die Gerechtigkeit: „Du bist ein Dieb und hast diesen Becher Christi mit Unrecht in deinem Sack! Ich will dich vor mein Gericht stellen und verurteilen.“ Wie Josef seinen Brüdern tat, als er sie zurück vor das Urteil seines Gerichts holen ließ.

71.48. Darum hat ein Christ, der unter Christi Kreuzfahne wandelt, keine Entschuldigung, wenn ihn Gott durch seinen Haushalter, als durch die Kinder dieser Welt, in der Gerechtigkeit seines Zorns ergreifen und als einen Dieb und Ungerechten anklagen läßt oder als einen Fremden, Neuling, Enthusiasten, Narren und dergleichen beschimpft, dadurch man ihm alle seine Mängel des natürlichen sündhaften Fleisches aufmutzt (bzw. herausputzt) und ihn ohne Unterlaß als falsch und unrecht anklagt und ihn zur Verdammnis des zeitlichen und ewigen Todes verurteilt. Auch wenn er dessen wohl vor der Welt und in der Welt nicht schuldig ist, so ist er aber als ein Christ schuldig, es dem Spott, Leiden und Tod Christi nachzutragen, und ist schuldig, den ganzen Prozeß Christi auf sich zu nehmen und Christus darin nachzufolgen, um in Christus alles zu erleiden, Christus in seiner Schmach, Verachtung, Leiden und Tod ganz anzuziehen und ihm sein Kreuz und Spott nachzutragen, damit er in Christi Reich als ein Glied an Christi Leib eingehe, das mit ihm gelitten habe und täglich im Tod Christi seiner wirklichen Sünde dem Zorn Gottes abgestorben sei.

71.49. Denn alle Sünden, Laster und Unwahrheiten, die ihm zu Unrecht von der Welt zugemessen werden und denen er äußerlich im Werk nicht schuldig ist, die erleidet er im Prozeß Christi als ein Christ und trinkt damit aus dem Kreuzbecher Christi, der unschuldig für seine Sünde gelitten hat.

71.50. Denn auch, wenn er derselben in seinem Leben nicht direkt schuldig geworden ist, so ist er derer doch in der angeerbten Sünde schuldig und hat sie im Samen mitgeerbt, aus dem er gekommen ist. So liegen sie in seinem Grund, und er kann sich vor Gott im Prozeß Christi nicht entschuldigen, denn er ist aller adamischen Sünden schuldig.

71.51. Aber das ist sein Trost, daß sie Gott durch die Kinder seines Zorns in dieser Welt offenbart und so wie einen Fluch durch die Kinder des Zorns ans Kreuz Christi heftet, und sie in solcher Offenbarung im Blut und Tod Christi in sich ersäuft, indem er Gott stillhält, wie Christus seinem Vater, und sich der Sünden beschuldigen läßt, die er nicht getan hat, sondern ihm nur angeerbt sind. Und so werden sie von ihm genommen und dem Zorn Gottes in sein Gericht gegeben, daß er sie beurteile.

71.52. Denn in solcher Bildung versöhnte sich auch Josef in seinem gerechten Zorn gegenüber seinen Brüdern. Sie waren alle an ihm schuldig, aber er forderte nicht ihre Schuld, sondern beschuldigte sie nur seines Bechers, denn er hatte ihnen schon alle ihre Schuld vergeben. Nur am Becher wollte er sie nicht für unschuldig halten, obwohl sie doch aus (weltlichem) Recht nicht daran schuldig waren. Aber er hatte ihn zu seinem Geschenk an sie beigelegt und sie daran schuldig gemacht.

71.53. So hat uns Gott auch seine Gnade aus lauter Liebe gegeben, nachdem wir schon des ewigen Gerichts schuldig waren, und hat uns Christus mit der Gnade in unsere Säcke des Lebens hineingelegt, aber auch mit seinem Leiden und Tod, mit seinem Kreuzbecher, daran er uns nicht für unschuldig hält. Denn wir alle sind daran schuldig und haben diesen Becher nicht zum Naturrecht, sondern er ist uns ohne unser Wissen beigelegt worden. Darum können wir uns nicht anders entschuldigen, wir ergeben uns denn wieder dem Zorn Gottes, und so beschuldigt uns der Tod mit der Hölle und dem Zorn Gottes und hält uns in sich gefangen. Dann führt uns Christus aus dem Tod heraus, und so kann nun der Mensch in dieser Zeit ergreifen, zu welchem er will (zum Tod oder zu Christus).

71.54. Daß aber Josef den Becher in den Sack seines Bruders Benjamin steckenließ, hat die Bedeutung, daß Christus im innerlichen Menschen als in seinem Paradies-Bruder wohne und diesen Kreuzbecher in seiner Hand habe, daraus die schuldige Seele samt dem Leib trinken muß. Er steckt ihn in seines Bruders Sack, denn dieser innerliche Grund ist sein Bruder. Aber die anderen Brüder müssen daraus trinken: Dieser Bruder Christi hat ihn nur in sich, denn er ist Christi Glied und Wohnung.

71.55. Darum sagte Josefs Haushalter: »Bei wem der Becher gefunden wird, der sei mein Knecht, ihr aber sollt frei sein.« Nämlich der innerliche Grund, der wahre Benjamin, als Christi Bruder, der ist Christi Knecht, der seinem Herrn und Bruder dient und den Becher in seinem Sack halten muß. Die anderen Lebensgestaltungen der Natur sind frei und können Christus nicht den Becher halten.

71.56. Denn sie sind nicht der rechte Sack dazu, sondern der Grund vom Wesen der himmlischen Welt ist der Sack, dahinein der heilige Becher Christi gehört, der dem Grund der Natur daraus ausschenkt. Darum mußte Josefs Bruder des Bechers beschuldigt werden, weil er in der Bildung des inneren Menschen stand, darin sich Christus mit seinem Kreuzbecher offenbaren wollte. So sollten die anderen Brüder, als die arme Seele samt dem Leib, freiwerden und von Schuld erlöst sein.

71.57. Darum sagt Josefs Haushalter: „Der ist mein Knecht, der den Becher hat, und der soll mir dienen. Ihr aber sollt frei sein.“ Das heißt, Christus ist in diesem innerlichen Benjamin Josefs Bruder und dient Gott mit dem Überwinden des Todes und göttlichen Zorns im Menschen. So werden die anderen Brüder, als das natürliche Leben, alle von Schuld und Leid befreit. Und das steht trefflich in der Darstellung.

71.58. Moses spricht weiter: »Und sie legten eilends ein jeder seinen Sack ab auf die Erde, und ein jeder tat seinen Sack auf. Und er suchte und fing an beim Ältesten bis hin zum Jüngsten. Da fand sich der Becher in Benjamins Sack. Da zerrissen sie ihre Kleider, und ein jeglicher belud wieder seinen Esel, und sie zogen in die Stadt zurück.«

71.59. Als Adam in die Sünde gefallen war, da forderte ihn das Gesetz und Gebot wieder zurück und beschuldigte ihn der Sünde und des Diebstahls, weil er von unrechter Frucht mit falschem Mund gegessen hatte. So mußte er wieder in die Stadt umkehren, und zwar (zuerst) in die Erde, aus dem der Leib gekommen war, und dort seinen Sack niederlegen in die Erde. Dort suchte Gottes Gerechtigkeit in allen natürlichen Eigenschaften die Wahrheit und Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, nämlich das Himmelsbild, und fing bei der ersten Gestaltung der Natur an, bis zur jüngsten und letzten, nämlich bis zum einverleibten Gnadengrund nach dem Fall, aber konnte diesen Becher des Heils in keiner natürlichen Eigenschaft finden, obwohl der Leib in diesem Suchen ganz zu Trümmern ging, bis auf diesen jüngsten Bruder im eingesprochenen Gnadenwort: Darin lag der Becher Josefs und Christi. Dies stellt der Geist in dieser Geschichte gewaltig dar.

71.60. Und Moses spricht weiter: »Und Juda ging mit seinen Brüdern in Josefs Haus, denn er war noch dort, und sie fielen vor ihm nieder auf die Erde. Josef aber sprach zu ihnen: „Wie konntet ihr das tun? Wußtet ihr nicht, daß ein solcher Mann, wie ich bin, es erraten könne?“ Juda sprach: „Was sollen wir meinem Herrn sagen? Oder wie sollen wir reden? Und womit könnten wir uns rechtfertigen? Gott hat die Missetat deiner Knechte gefunden. Siehe, wir und der, bei dem der Becher gefunden ist, sind meines Herrn Knechte.“ Er aber sprach: „Das sei fern von mir solches zu tun. Der Mann, bei dem der Becher gefunden ist, der soll mein Knecht sein. Ihr aber zieht hinauf mit Frieden zu eurem Vater.« Die innere Bedeutung versteht so:

71.61. Als Gott die Menschen wegen der Sünde beschuldigte und ihnen diese in seinem Zorn mit der Sündflut oder auch in Sodom und Gomorra unter die Augen stellte, weil sie in Josephs Haus, das heißt, im Gnadenbund geraubt und den Bund übertreten hatten, da ging Juda mit seinen Brüdern, das heißt, Moses mit den Kindern Judas und Israels in die Offenbarung des Gesetzes, weil ihre Sünde offenbar wurde und Gott den Becher von ihnen forderte, hinauf in Josefs Haus. Das heißt, das Gesetz ging in Josefs Haus, denn Juda und Israel konnten es nicht halten, und so ging es in die Gnade, und dort trat ihnen der Bund der Gnade als der wahrhafte Josef unter die Augen und sprach: „Weil ihr nun Räuber und bösartig seid: Meint ihr, ich konnte euch nicht erraten (bzw. erkennen)?“ Sie aber konnten ihm nicht antworten, sondern mußten sich in sein Recht ergeben.

71.62. Denn Israel konnte weder den Bund noch das Gesetz einhalten, und so mußten sie nun vor ihm niederfallen und sich seiner Barmherzigkeit ergeben. So wollte sich nun Israel Gott zum eigenen Knecht ergeben, aber er wollte sie nicht haben mit ihrem Gesetz-Dienen, sondern er wollte nur den zum Knecht haben, in dem der Becher lag. Er wollte nicht nur äußerlichen Gottesdienst in der Bildung Christi mit dem Gesetz, sondern er wollte Benjamin, als den inneren Grund vom Wesen der himmlischen Welt, zum Knecht haben. Des Gesetzes Diener aber, als der kreatürliche Mensch, sollte im Frieden wieder heim in sein Vaterland ziehen und die geschenkte Gnade in seinem Leben zur Speise mitnehmen. Dies stellt der Geist Gottes unter dieser Geschichte in einer Bildung auf das Zukünftige dar.

71.63. Unter dieser Darstellung deutet nun der Geist mit Juda, welcher der Bürge für Benjamin war, ganz heimlich an, wie die arme Seele so mit dem Bund der Gnade nicht wieder in ihr Vaterland heimziehen könne, es sei denn, sie hätte Benjamin, das heißt, Christus im Wesen in sich. Denn Juda entschuldigte sich trefflich, er dürfte nicht heimkommen, ohne Benjamin mitzubringen, oder er wollte selber zum Knecht dableiben.

71.64. So ergibt sich die arme Seele Gott, wenn ihr Gottes Gerechtigkeit gebietet, mit dem Bund heimzugehen. Dann will sie nirgends hin, sie habe denn Benjamin, das heißt, Christus wesentlich bei sich, denn sonst könnte sie Gott nicht schauen. Wie sich hier auch Juda in diesem Bild entschuldigte und sprach, wenn er heimkäme und Benjamin nicht mitbrächte, dann würde er seines Vaters grauen Haare unter die Erde bringen, weil dessen Seele an Benjamins Seele hing.

71.65. Das heißt, wenn der adamische Mensch ohne Christi Leben und Wesen wieder ins Paradies gehen sollte, dann würde er seinen Vater, als die Lebensnatur, in die ewige göttliche Verborgenheit (bzw. Finsternis) bringen, denn das Leben der menschlichen Natur nach göttlicher Eigenschaft würde nicht offenbar, und das heißt, es könnte im Himmelreich nicht leben.

71.66. Gott gebot der Seele wohl mit dem Gesetz ins Paradies heimzugehen, aber das konnte nicht sein, ohne Christus im Leben und Wesen in sich zu haben. Dann dürfte sie ins erste (ursprüngliche) Vaterland heimgehen.


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