Das Mysterium Magnum

(Text von Jacob Böhme 1623, deutsche Überarbeitung 2022)

63. Kapitel - Die Geburt Benjamins

Wie Gott Jakob gebot, wegzuziehen, was sich da begeben hatte, und wie danach Benjamin von Rahel geboren wurde und sie während der Geburt starb, und wie Isaak gestorben war, und was darunter zu verstehen sei. (1.Mose 35)

63.1. Als nun Simeon und Levi die Mordtat begangen hatten, »sprach Gott zu Jakob: „Mach dich auf und zieh nach Bethel, und wohne daselbst und errichte dort einen Altar dem Gott, der dir erschien, als du vor deinem Bruder Esau flohst.“ Da sprach Jakob zu seinem Haus und zu allen, die mit ihm waren: „Tut von euch die fremden Götter, die unter euch sind, und reinigt euch und ändert eure Kleider, und laßt uns aufbrechen und nach Bethel ziehen, daß ich dort einen Altar dem Gott errichte, der mich zur Zeit meiner Trübsal erhört hat und mit mir auf dem Weg gewesen ist, den ich gezogen bin.“ Da gaben sie ihm alle fremden Götter, die unter ihren Händen waren, und ihre Ohrringe, und er vergrub sie unter einer Eiche, die neben Sichem stand. Und sie zogen aus, und es kam die Furcht Gottes über die Städte, die um sie her lagen, so daß sie den Söhnen Jakobs nicht nachjagten. So kam Jakob nach Lus im Land Kanaan, das nun Bethel heißt, samt all dem Volk, das mit ihm war, und er baute dort einen Altar und nannte die Stätte El-Bethel, weil Gott sich ihm dort offenbart hatte, als er vor seinem Bruder floh.« Diese Historie stellt abermals gewaltig die zukünftigen Zeiten dar, wie es sowohl mit Israel als auch mit der Christenheit gehen würde. Denn als Levi und Simeon die Mordtat begangen und alle Mannschaft zu Sichem erwürgt hatten, auch alle Frauen und Kinder gefangen und alles geplündert, da fürchtete sich Jakob vor den Leuten des Landes. So gebot ihnen Gott nach Bethel wegzuziehen und dort einen Altar zu errichten. Die innere Bedeutung versteht so:

63.2. Wenn die Menschen, sowohl die Juden als später auch die Christen, in fleischlicher Hurerei und unzüchtigem Leben zunehmen und bösartig werden würden, dann würde Gottes Geist von ihnen weichen, und dann würden sie eine geistige Hurerei und Abgötterei anfangen und in den Meinungen irre gehen. Und sie würden einander in die Haare fallen und einer zum anderen sagen, er schände seine Schwester Dina, das heißt, seinen Gottesdienst. Und sie würden auch übereinander herfallen und einander im Krieg ermorden, töten, plündern und ausrauben und ihre Länder in Verwüstung und Elend stürzen. Und dann, wenn sie in solchem Elend und Trübsal stecken, dann werden Furcht und Schrecken über sie kommen, wie hier Jakob durch die Mordtat seiner Kinder, denn der Herr würde ihr bösartiges Gewissen rühren und sie wieder zur Buße rufen, wie er Jakob und seinen Kindern tat, als er ihnen gebot, von der Stätte dieser Mordtat wegziehen, und Jakob sollte ihm, dem Herrn, einen Altar zu Bethel errichten, das heißt, in der Niedrigkeit der Gottesfurcht.

63.3. So deutet der Geist hier, wie ihnen Gott dann wieder Propheten und Lehrer senden würde, die sie von ihrer Abgötterei und gottlosem Leben abmahnen, wie hier Jakob die Seinen ermahnte, sie sollten die fremden Götter und den Stolz der Ohrringe (die das göttliche Sehen und Hören verhindern) von sich wegtun. Und wenn sie darin den Zorn des Herrn erkannt haben würden, der ihr Land verdirbt, und viele von ihnen wegen ihrer Hurerei, ihrer Überheblichkeit und ihrem abgöttischen Leben aufgefressen werden, dann würden sie wieder den Propheten folgen, die sie darum straften, und ihre Götzen der Abgötterei vor Gott bringen und von sich wegtun. Und sie würden wieder den Tempel Gottes in sich suchen, und so würde Gott wieder seinen Altar in ihnen aufbauen, und sie würden ihm wieder wahrhafte Opfer aufopfern, nämlich ihre Seele, und würden ihre Kleider, das heißt, ihre Herzen reinigen, wie Jakob hier seinem Volk befahl. Solches würden auch die Propheten und bei den Christen die wahren Apostel und Lehrer gebieten.

63.4. Und wir sehen hier weiterhin eine gewaltige Darstellung, wie Jakob ihre Götzen und Ohrringe abgenommen habe und bei Sichem, wo die Mordtat geschah, unter einer Eiche begrub. Oh du großer wunderlicher Gott! Was bedeutet das? Nichts anderes, als daß damit ihre Irrung und Abgötterei samt ihren Kriegen und Streitigkeiten eine Zeitlang im Zorn Gottes begraben liegen sollten.

63.5. Und weil der Geist eine Eiche andeutet, darunter diese Götzen und der entsprechende Stolz begraben wurden, so wird uns die Darstellung klar. Denn eine Eiche ist von magnetischer und anziehender Art und macht zäh und hart in ihrer Eigenschaft, dazu schwarz, dunkel und finster. Dieses deutet nun an, daß die bisherige Abgötterei mit ihren Sünden und Lastern, welche sie getrieben haben, dort vor dem hungrigem Grimm des göttlichen Zorns Gottes in der großen Verwirrung (Turba magna) unter der großen Eiche des Weltgeistes (Spiritus Mundi) im verborgenen Mysterium eine Zeitlang stillstehen werden.

63.6. Und was sie dann aufs Neue sündigen würden, das würde diese magnetische Eiche alles zu sich ziehen und zu dem Schatz der vorigen Abgötterei und des überheblichen Stolzes bringen, bis derselbe so groß werde, und ihn die Erde unter der Eiche nicht mehr bedecken kann. Dann werde diese, ihre alte und neue Hurerei und Abgötterei miteinander vor dem Zorn und Gericht Gottes bloß werden, und ihr Maß wird voll sein.

63.7. Und sie würden wegen dieser Greueltaten vor Gott stinken, weswegen der Geist Gottes vor ihnen sein Antlitz verbergen und ihnen den Leuchter seines Angesichts wegnehmen wird, so daß sie nur in Irrtum laufen und immer wieder auf den Weg solcher Hurerei treten, und diese mit Morden und Rauben vertreten, wegen ihrem bösartigen Eifer für ihre Schwester Dina, welche doch eine geschändete Hure ist.

63.8. Wie dann solches bei den Juden und Christen so geschehen ist, daß sie danach im Eifer ihrer Abgötterei und Hurerei die von Gott gesandten Propheten und Diener Jesu Christi ermordet und getötet haben, nur damit sie in ihrem überheblichen Stolz und ihrer sodomitischen Hurerei leben können, bis ihnen Gott einen so verkehrten Sinn in ihre Herzen gegeben hatte, daß sie ganz bösartig vor ihm wurden. Dann war das Maß voll gewesen und die greuliche Strafe erfolgte, wie an den verstoßenen Juden zu sehen ist, welche um solcher Greuel willen aus ihrem Land und Königreich vertrieben wurden, sowie auch bei den Christen, welche in den Morgenländern die besten Christen gewesen waren, aber jetzt den Koran an Christi Statt haben müssen, und ihre Länder zuvor greulich im Zorn verwüstet wurden.

63.9. So geht es dir auch jetzt, du streitende Babylon und Titelchristenheit voller Abgötterei mit den Ohrringen des Stolzes, welche eine lange Zeit unter der Eiche lagen. Und der Magnet dieser Eiche hat alle deine Greuel und Abgötterei in deinem stolzen bösartigen Leben an sich gezogen, so daß es die Erde nicht mehr bedecken kann und es nun vor Gottes Angesichte bloß steht. Darum auch dein Gericht bevorsteht und nahe ist.

63.10. Die Propheten rufen nach dir und strafen dich, aber du bist rasend wegen deiner Schwester Dina, nämlich um dein erbautes fleischliches Reich voller Stolz, Abgötterei und fleischlicher Liebe. Und du mordest deine Brüder wegen der Hurerei deiner Schwester, um der pharisäischen Hurerei willen, und erkennst nicht, wie du der Hurerei deiner Schwester abhelfen kannst, so daß sie in den Ehestand käme. Sondern ziehst nur deine Schwester mit ihrem Hurenkind wieder zu dir, die doch vor Gott und aller Welt in Schande steht, und du willst, daß man sie Jungfrau nennen soll. Gäbest du sie Sichem zur Frau, ließest ihn sich beschneiden und lebtest mit ihm in Frieden, dann würde die Hurerei deiner Schwester zugedeckt.

63.11. Aber dein Grimm, oh Herr, der macht es, daß es so geht. Denn der Missetaten sind zu viele, und die Erde kann sie unter der Eiche im Weltgeist nicht mehr bedecken. Sie stehen nun vor deinem Angesicht bloß. Darum flieht aus Babel, ihr weisen Kinder! Ihr Untergang und ernstes Gericht ist gekommen, denn das Maß ist voll und der Zorn brennt an. Die Sünde hat die Vernunft getötet, so daß sie nicht mehr erkannt wird und diese Kinder daran blind sind und immerfort sagen: „Hier ist goldene Zeit! Es wird gut werden, und uns nicht so ergehen.“ Deine Propheten wurden als Toren und Unsinnige in dir geachtet, bis es dir geschehe, und du dir selber antust, was sie dir vorhergesagt haben.

63.12. Erkenne es doch, und laß ab, um die Hure zu streiten, so daß dich der Herr wie Jakob rufe und dich wieder zu deinem heiligen Altar in Jesus Christus führe. Lege die Götzen ab, als die Meinungen, und erbaue dein Herz zum Altar im Tempel Jesu Christi, dann wirst du vom Morden weggeführt werden, und die Furcht Gottes wird über die Männer kommen, welche dir nachjagen wollen, wie bei Jakob zu sehen ist. Wirst du aber nicht ablassen, um die Hure zu streiten, dann wirst du mitsamt der Hure zuschanden und verwüstet werden.

63.13. Lerne sie doch nur kennen! Sie gibt Sichem Ursache zur Buhlschaft, denn sie läuft aus ihrem Haus und sucht Buhler. Sieh nur ihren Stolz an! Nimm ihr die Ohrringe ab, mit denen sie so glänzt, dann wird sie nicht mehr so stolzieren! Fordere ihre Abgötter von ihr, und vergrabe sie mit Jakob! Baue selbst den Altar in dir, und führe deine Kinder zum Opfer. Laß sie nicht um Dina streiten, sondern laß Dina den Mann nehmen, der sie beschlafen hat, oder du wirst vergeblich um ihre Jungfrauschaft streiten. Denn es ist allen Völkern offenbar, daß sie gehurt hat.

63.14. Erkenne, was dir gesagt wird, denn es ist Zeit, und ihre Schande kann nicht mehr zugedeckt werden, denn sie hat das Hurenkind geboren. Siehst du das nicht und erkennst die Hure mit dem Kind nicht, dann bist du blind.

63.15. Sie sitzt in hohen Ehren der Menschen und grüßt sich selber. Diese ist es, mit der du buhlst, und damit verläßt du deinen Gott und seinen Altar von Jesus Christus in dir. Erbarme dich doch über dich selbst und erkenne dein Elend, wie dir die Hure anstatt des göttlichen Altars in deiner Seele sitzt und dir Leib und Seele eingenommen hat und auf dir reitet, wie auf ihrem Tier. Sie führt dich an ihrem Seil, und du siehst es nicht, sondern sagst, es sei recht so. Oh du bösartiges Tier voll überheblichem Stolz deiner Hure! Wie wird dich der Herr mitsamt der Hure zu Boden werfen, wie in der Offenbarung zu sehen ist! (Offb. 17)

63.16. Eine weitere trefflich feine Darstellung deutet der Geist hier an, wie sich Gott Jakob offenbart habe, nachdem er den Altar zu Bethel errichtet hatte und die Stätte El-Bethel nannte, als eine englische Wonne, wo Gott in Engelsgestalt mit Jakob umging, wie es die hohe Zunge gibt. Nämlich wie Gott in Engelsgestalt mit ihm in einer Vision gesprochen habe, und zwar in der Engelsgestalt der zukünftigen Menschheit Christi, und ihm andeutete, daß er nicht mehr Jakob, sondern Israel heißen sollte, das heißt, ein großer Baum vieler Völker, den Gott so gesegnet hatte, daß er alle diese Länder besitzen soll, und so groß werden soll, daß auch Könige aus seinem Stamm kommen werden. Darin deutete er auf das künftige Königreich Israel und Christi, wie es gehen sollte.

63.17. Und als der Herr mit Jakob gesprochen hatte, da errichtete Jakob an diesem Ort ein steinernes Mahnmal, das den Tempel Christi andeutet, wie auch den Tempel zu Jerusalem im Vorbild Christi und die christlichen Kirchen bei den Christen, in denen man vom Wort des Herrn eine Stätte und ein Mahnmal aufbauen werde, wo man zusammenkommt, um die Wunder des großen Gottes zu verkündigen und ihn dort anzurufen und das Trankopfer des Gebets aufzuopfern.

63.18. Und der Geist sagt weiter: »So fuhr Gott auf von ihm, wo er mit ihm gesprochen hatte.« Das heißt, als er ihm in sichtbarer Gestalt im Bild Christi erschienen war, und dann verbarg er sich wieder in der königlichen Stätte, aus der er sich danach in seinem Samen in dieser Bildung in der Menschheit offenbaren und sichtbar machen wollte.

63.19. Und Jakob nannte die Stätte „Bethel“, als eine Herabkunft der Gottheit in die Menschheit, darin der göttliche Altar offenbar wurde, auf dem man Gott Lob opfert. So deutet der Geist bei Jakob von diesem Bethel auf das zukünftige Bethlehem, wo Christus als Mensch geboren werden sollte, wie dann diese Stätte Bethel trefflich viel bei den Altvätern herangezogen wird, welches alles auf das zukünftige Bethlehem deutet, wo der wahre Altar Christus erbaut und aufgerichtet werden sollte, auf dem schon Jakob und seine Väter und Kinder im Glauben und Vorbild geopfert hatten. Und unterdessen fuhr Gott im sichtbaren Bild von ihnen auf, bis zur bestimmten Zeit, als dieser Altar zu Bethlehem mit der Geburt Christi aufgerichtet wurde.

63.20. Und der Geist in Moses redet daraufhin ganz dunkel in dieser Darstellung und spricht: »Und sie zogen von Bethel.« Damit er dann den Auszug aus der Bildung Christi andeutet, daß man von dieser (irdischen) Bildung zur (geistigen) Geburt Christi ausgehen würde, und spricht: »Und als noch eine Strecke Weges bis nach Ephrath war, da gebar Rahel. Und es kam sie hart an über der Geburt.«

63.21. Dieses Wegstück deutet die Zeit an, die noch zwischen dem Altar Christi sei, wie das Wegstück, das Adam vom Altar Gottes ausgegangen war, das heißt, aus der geistigen Welt in die irdische, wo es Rahel, als die menschliche Natur, nun hart ankommt wegen des Erzvaters Benjamin, das heißt, um einen Christen zu gebären, so daß auch der alte Adam in dieser Geburt sterben und untergehen muß, wie Rahel starb, als sie Benjamin gebar.

63.22. Denn Benjamin bedeutet: Wenn wir Gottes Altar in uns aufrichten und Christus in uns wohnt, dann wird Benjamin geboren, das heißt, unser letzter Mensch. Und dann stirbt die alte Mutter, welche das Reich der Natur am Menschen geboren hat, und der neue geistige Mensch wird offenbar.

63.23. Dieser Benjamin wird erst nach dem Auszug Jakobs aus Mesopotamien geboren, wie der Geist auch die Bildung bei Esau und Jakob in ihrer Zusammenkunft von Christi Leiden und Überwindung dargestellt hatte, und er ist eine Darstellung des Apostels Matthias, der erst nach Christi Himmelfahrt und Vollendung seines Leidens zum Apostel an Judas Stelle gewählt wurde.

63.24. Auch ist es eine Darstellung, wie der Mensch zuvor in Christi Leiden und Tod eingehen müsse, und daß der Altar Christus zuvor in ihm aufgerichtet werden müsse, ehe die menschliche Natur aus Christus (neu) geboren werde. Denn Judas muß sich zuvor in seiner Falschheit und Verräterei im alten Adam mit Reue über die begangene Sünde erhängen und an seinem Vermögen versagen und sterben. Dann erst wird Benjamin, als die neue Kreatur in Christi Geist geboren, und Matthias, als der erste geschaffene Adam, zum Apostel erwählt.

63.25. Denn Matthias war schon vor Christi Leiden geboren, und war bei Christus. Aber er wurde erst ein Apostel, als Christus in ihm von der Sünde abgestorben war und sich Judas erhängt hatte. So ist auch der adamische Mensch, der ein Apostel oder Christ werden soll, schon vorher geboren, ehe Christus in ihm leidet, denn Christus muß vorher in ihm vom Tod auferstehen. Und so muß sich Judas, als der Schlangenwille, zuvor im Tod Christi mit seinem bösen Willen erhängen und sterben, dann erst wird Adams Mensch ein Christ. Aber nicht der historische Mensch durch eine zugerechnete Gnade, darin Judas unter Christi Purpurmantel noch lebt, ist ein Christ, wie Babel mit der Jungfrauschaft ihrer Tochter Dina so fein unter der Decke spielt, damit das schöne Töchterlein ihre Hurerei treiben kann und bei ihrem Buhlen, dem Judas, nach Belieben schlafen und die Buhlschaft pflegen.

63.26. So große Dinge sind in diesem Text dargestellt, denn er sagt: »Als ihr aber die Geburt Benjamins so schwer wurde, sprach die Hebamme zu ihr: „Fürchte dich nicht, denn auch diesmal wirst du einen Sohn haben.“ Als ihr aber das Leben entwich und sie sterben mußte, nannte sie ihn Benoni.« Das heißt, sie sah auf den innerlichen Grund, auf die neue Geburt, was er in Christus sein würde, und beachtete den Namen der äußerlichen Kreatur nicht.

63.27. Denn Benoni, ist ein ganz geistiger Name auf englische Art, denn sie sprach im Geist, als sie die Hebamme darüber tröstete, sie würde auch diesen haben: „Ich habe ihn nicht mehr in dieser Welt, weil das Äußere vergeht.“ Und sie deutete auf den englischen neuen Namen. »Aber sein Vater nannte ihn Benjamin«, also mit dem Namen der Welt, damit er sehen sollte, wie ein Christ unter dem Kreuz Christi in Schmerzen geboren werden müsse, dahin auch seine Mutter sah, als wollte sie sagen: „Durch Schmerzen kommen wir ins Leben, als Sohn meiner Schmerzen.“

63.28. Dann sagt der Geist: »So starb Rahel und wurde an dem Weg nach Ephrath begraben, das man Bethlehem nennt. Und Jakob errichtete ein Mahnmal über ihrem Grab, das ist das Grabmal Rahels bis auf diesen Tag.« Dieses ist eine heimliche Darstellung, daß Rahel an der Stätte Bethlehem gestorben und begraben worden sei, und deutet an, daß sie dort durch die Geburt Christi auferstehen solle, denn Christus sollte dort geboren werden.

63.29. Auch deutet es an: Wenn wir nach Bethlehem zur Geburt Christi fliehen würden, dann würde Benjamin, als der neue geistige Mensch aus Rahel, als aus der Mutter des alten adamischen Menschen, im Geist Christi geboren werden. Und sogleich würde die Mutter ihr Geburtsrecht dem Geist Christi übergeben und ihres Naturrechts absterben. Denn dann würde die geistige ewige Geburt beginnen, und Eva untergehen. Und dort errichtete Jakob das Grabmal, und der Geist spricht: »Es ist das Grabmal bis zum heutigen Tag.« Um anzudeuten, daß es auf das Künftige hindeute, und das dieses Grabmal bleiben sollte, und Christus dort geboren werde, wo Rahel starb.

63.30. Wir sehen in dieser Historie der Geschichte Jakobs klar, daß der Geist mit dieser Aufzeichnung eine Bildung hat, darunter er deutet. Denn Rahel war mit Benjamin hochschwanger als Jakob von Laban wegzog, als sie auf den Götzen saß. Und als ihr Vater diese suchte, da sagte sie: »Es geht mir nach der Frauen Weise, und ich kann nicht vor dir aufstehen.« Nun sagt aber der Text, wie Jakob erst seine Hütte vor Sichem aufgeschlagen und dort gewohnt habe, und danach sei er erst nach Bethel gezogen, wo Rahel geboren habe, so daß es zu sein scheint, als rede der Geist ganz in der Bildung. Denn die Geschichten folgen alle ganz ordentlich in der Bildung Christi aufeinander, wie es sich mit Christus zugetragen hat, darauf wohl zu achten ist.

63.31. Ferner sagt der Geist Moses: »Und Israel zog weiter und errichtete eine Hütte jenseits des Turms Eder. Und es begab sich, als Israel im Land wohnte, da ging Ruben hin und schlief mit Bilha, seines Vaters Nebenfrau. Und das kam vor Israel.« Welch eine Darstellung ist dies, die wohl tief verborgen ist!? Aber die Umstände machen sie sonnenklar.

63.32. Israel ist jenseits des babylonischen großen Turms gezogen (oder wieder in seine Nähe?) und hat dort bei diesen Kindern gewohnt. Welches wohl ein ziemlicher Weg von Ephrath Bethlehem gewesen sein kann, aber der Geist hat hier seine Bildung, darunter er deutet: Das heißt, als Jakob die fremden Götzen von seinem Volk abgetan und sie samt ihren Ohrringen vergraben hatte, und den Altar des Herrn erbaut und sich zu Gott gewandt hatte, und sie in Ruhe saßen, da hat sich der natürlich fleischliche Mensch wieder zur Lust der Kinder Babel gewendet, wie dann der Text sagt:

63.33. Jakob sei dahingezogen und habe dort gewohnt, und da habe sich Ruben zu seines Vaters Nebenfrau gelegt, nämlich zu Bilha, Rahels Magd, der Mutter von Dan und Naphthali, und eine Blutschande begangen, welche ärger war, als die von Sichem und Dina. Aber der Geist hat mit dieser Geschichte eine Bildung auf das Zukünftige dargestellt, wie es gehen würde, wie sich Israel von der göttlichen Ordnung abwenden würde, vom Altar ihres Gottes, und ihres Vaters Gottesdienst in natürliche Hurerei verwandeln, wie in die heidnischen Götzenopfer, wie auch bei Jerobeam zu sehen war. Und damit deutet der Geist an, daß der erste adamische Mensch nur fleischliche Begierde haben werde.

63.34. Denn Ruben war der erste Sohn Jakobs von Lea, und zwar von jener, aus der auch die Linie Christi entsproß, um anzudeuten, daß diejenigen, welche sich Juden und Christen nennen werden und auch aus solchem Stamm geboren sind, Gott verlassen und mit ihres Vaters Nebenfrau buhlen würden, nämlich mit der Abgötterei und Menschenerfindung sowie dem Tand der Pharisäer und Schriftgelehrten und mit ihren Gesetzen. So werden sie den wahren Gott und seine Gebote in ihren Herzen vergessen und sich diese Hurerei in die Lust ihres Herzens einbilden.

63.35. Denn Ruben war Jakobs erster Sohn, wie auch Adam der erste Mensch war. Aber in Ruben war nicht die Linie Christi offenbar, wie auch nicht in Adam, sondern in Abel und in Juda wurde sie offenbar. Und wie Adam im Weltgeist (Spiritus Mundi) mit Gottes Nebenfrau (Kebsweib) hurte, durch die er seine Frucht gebiert, und sich in das Weib hineinbegab, als in die Mutter der äußeren Natur, und sich zu ihr legte, mit ihr Hurerei trieb und damit das heilige himmlische Ehebett der Keuschheit besudelte, so stand auch diese Darstellung Rubens mit der Nebenfrau seines Vaters als Vorbild Christi, denn Christus sollte die adamische Hurerei wieder in das himmlische Ehebett hineinführen und des Menschen Blutschande zudecken. Darum wurde es hier im Bild Rahels mit der neuen Wiedergeburt dargestellt. Diese Darstellung der Christenheit versteht so:

63.36. Diese Nebenfrau deutet in der Christenheit nichts anderes an, als die steinernen Kirchen, die ja Gottes Nebenfrauen sind, darin sein Wort und Testament gehandelt werden, mit denen Gott seine Kinder gebiert, und darin man mit Gott wirken und sein Herz zu Gott wenden soll. Aber Ruben, als der adamische Mensch, verläßt Gott und buhlt mit der steinernen Kirche und treibt Hurerei mit ihr. Er hat sie mit Liebe in seine Arme gefaßt und geht in sie ein, heuchelt mit ihr und denkt, es sei genug, wenn er nur dahineingehe und Predigt höre, die Absolution und Sakramente gebrauche und dem glaube, daß es so sei, was da gelehrt wird, und sich dessen tröstet, so daß er gern dahin gehe und das für recht halte, und dem Beifall gebe, was da gehandelt werde. Und so deckt er Christi Purpurmantel über sich und geht wieder aus der Kirche, wie er hineingegangen ist. Er geht wohl zwanzig oder dreißig Jahre hinein, bis an sein Ende, und treibt Hurerei mit der Kirche und denkt, er tue Gott einen Dienst, wenn er nur unter anderen da erscheine, sitze und Predigt höre. Und wenn er herauskommt, weiß er nichts davon, was es gewesen ist.

63.37. Denn er hat auch unter solchem Gehör sein Herz daheim oder in seinem Gewerbe, oder führt seine Augen in die Gestalt schöner Frauen und Männer und ihre stolze Kleidung, und füllt sein Herz mit Imagination voller Brunst und hurt ausgiebig mit oder in dieser Nebenfrau der Kirche.

63.38. Und was noch schlimmer ist, wenn der Prediger oft Sünden und Laster straft, auch oft wohl aus Affekten (persönlicher Erregung) Dornen sät, dann erfaßt man dies und kitzelt sich die ganze Woche damit, und erdenkt darin spitzfindige Ehrenrührung, wie man andere Leute damit verhöhnen, anspitzen und dornstechen will, und hält es für das Beste, was man gehört hat. So setzt man diesen Luzifer an Gottes Stelle und buhlt stattlich in der Hurerei, nämlich in der Brunst dieser Nebenfrau.

63.39. Und die allergrößte Hurerei mit dieser Nebenfrau ist, daß man das Herz so ganz von Gott weg auf die Diener dieser Nebenfrau richtet und Hurerei mit ihnen treibt und sie mit Geschenken und Gaben ehrt, so daß sie (die Kirchenführer) oft bösartige, gottlose, überheblich stolze und geizige Leute (die nur die Armen aussaugen und mit Gewalt bedrängen) dafür loben und große Denkzettel und Lobbriefe machen, und sie stattlich titulieren, hoch anziehen und ihnen große Gottesfurcht und Liebe zumessen, sie in ihren Geschlechtern und Stämmen hochsetzen und dermaßen Gaukelei um des Geldes willen treiben, wie gemeine Gaukler, und damit die Nebenfrau Gottes, als die Kirche, mit Heuchelei und Lügen schänden. Das heißt erst recht: »Ruben ist zu seines Vaters Nebenfrau gekrochen und hat mit ihr gehurt.« Denn sie sind es, die bei dieser Nebenfrau wohnen und ihre Pfleger (bzw. Diener) sein sollten. Aber sie füllen diese Nebenfrau mit ihrem falschen fleischlichen Samen voll und zeugen Hurenkinder in der Nebenfrau Gottes, so daß die falsche Fleischeslust ihr Herz ganz in sie hineinführt und denkt, es gelte vor Gott und sei recht so, denn ihre Sünden werden damit durch die Gaben des Geldes zugedeckt. Und sie bilden sich diese Heuchelei ein, daß sie denken, sie sind besser als andere, und leben in solchen überheblich stolzen Gedanken in solcher Kirchenhurerei immerfort.

63.40. So gebiert Ruben aus seines Vaters Nebenfrau der Kirche eine Menge Hurenkinder, nämlich stolze, überhebliche, ruhmsüchtige und gierige Leute, welche die einfältige Mutter der Demut und Einfalt Jesu Christi, als die Linie Christi, die in dieser Nebenfrau verborgen liegt und offenbar und geboren werden sollte, nur beflecken und die Hurerei über sie ziehen. Und so wurde Gottes Nebenfrau als die Kirche zur Hure gemacht und so sehr geschändet, daß ihre Schande vor Israel gekommen ist, als vor die Augen aller Kinder Gottes, welche sie verachten und für eine unreine geschwächte Hure halten. Denn darin wird solche Hurerei getrieben, neben aller Pracht und überheblichem Stolz, so daß darin mehr der lüsterne Teufel mit seiner Imagination und falschen Lust lehrt und regiert als der Geist Christi, und sie ist mehr eine stolze Hure und ein finsteres Tal als ein Tempel Jesu Christi.

63.41. Und was noch greulicher ist: So werden fast nur Affekte und Schmähungen darin getrieben und gelehrt, damit man einander um Meinungen willen, die sich doch ein jeder selber gemacht hat, schändet, verfolgt und als Ketzer beschimpft. Und so sät man solches Gift in dieser Nebenfrau der Kirche aus, dadurch sich die Einfalt verirrt und solche Gifte der Schmähung in ihre Herzen steigen und wachsen, so daß in der Kirche nichts als Streit, Zank, Verachtung und Gotteslästerung gelehrt und getrieben wird, und daß ein Bruder den anderen wegen seiner Meinungen verachtet, verketzert und dem höllischen Feuer übergibt, dadurch alle Liebe, Wahrheit und Eintracht erlischt.

63.42. Die größte Unzucht aber, davor sich sogar der Himmel und die Elemente entsetzen, welche in dieser Nebenfrau der Kirche getrieben wird, ist diese, daß man auch die Schriften der heiligen Kinder Gottes, als der Propheten und Apostel und ihren Nachkommen, nimmt und diese zum Deckmantel solcher Hurerei gebraucht, sie falsch anzieht und verbittert, und nur Sekten und Schwärmereien daraus gemacht werden, mit denen man sich gegenseitig schändet, schmäht und verfolgt, sowie auch zu Krieg und Blutvergießen Ursache dadurch gibt. Und so wird aus der Bibel nur eine unzüchtige Hure gemacht, weil ein jeder mit ihr Hurerei treibt und Meinungen daraus saugt, um damit die Meinung des anderen zu verachten und ihn zu schmähen und zu verdammen, und sie nehmen doch ihr Ding alle aus der Bibel. So machen sie ihres Vaters Nebenfrau, als die heiligen Propheten und Apostel, zu Huren, und huren fälschlich mit ihnen, treiben nur Unzucht und überheblichen Stolz mit ihren Schriften und lehren den Laien ihre Unzucht und ihr Schmähen, so daß ein Christ lernt, den anderen durch die Heilige Schrift zu schmähen und seine Schmähung mit den Schriften der Heiligen zu beschönigen. Dies heißt zu Recht: „Ruben, du bist meine erste Kraft, aber du bist in mein Bett gestiegen und hast es mit Unzucht besudelt. Du hast meine Nebenfrau, als mein geformtes Wort, zu deiner Hurerei gebraucht und aus der Kirche meiner Kinder ein Hurenhaus gemacht, und du hast mein Ehebett besudelt, das ich in der Kirche habe, wo ich meine Kinder zeuge.“

63.43. Dies deutet der Geist Gottes bei der Deutung des Erzvaters Jakobs klar an, wenn er von dieser Kirche und ihren Opfern sagt: »Ruben, du bist mein erster Sohn, meine erste Kraft und meine erste Macht, der Oberste im Opfer und der Oberste im Reich. Er fuhr aber leichtfertig dahin wie Wasser. Du sollst nicht mehr der Oberste sein, denn du bist auf deines Vaters Lager gestiegen, und dort hast du mein Bett mit dem Aufsteigen besudelt. (1.Mose 49.3)«

63.44. In diesem Text sagt es der Geist klar: Denn Ruben deutet die Ordnung der ersten Kirche an, als die Kraft, daraus sie erbaut wurde. Sie ist die erste Kraft der christlichen Gemeinde und Gottes Nebenfrau, bei der er wohnt. Aber ihre Diener sind in Gottes Ehebett gestiegen, haben die Nebenfrau an sich gezogen, in ihre Gewalt genommen und sie mit Menschentand, Fleisches-Ehren und Wollust geschwängert. Und er sagt klar: »Du bist der Oberste im Opfer und im Reich.« Denn so sollte es sein, wenn es die Hurerei nicht täte. Weil aber Ruben mit der Kirche Hurerei treibt, so sagt er: »Du sollst nicht mehr der Oberste sein. Denn er fuhr leichtfertig dahin wie Wasser.« Und er zeigt damit an, wie sie sich in eigene Liebe und Fleischeslust und damit in Leichtfertigkeit begeben würden und deswegen von Gott verworfen werden.

63.45. So deutet der Geist unter dieser Darstellung, wie diese Nebenfrau als die Kirche mit ihrer ersten Kraft, nämlich ihren eigenen Kindern, geschändet werden würde, so daß man von der Kirche sagen wird, sie sei ein geistiges Hurenhaus. Und dann muß man den Tempel Jesu Christi von ihr unterscheiden. Denn der Geist sagt: »Du sollst nicht mehr der Oberste sein, weder im Opfer noch im Reich.« So hat sie die wahre göttliche Gewalt durch die Hurerei ihrer Diener verloren und steht jetzt zu Recht als eine Beschämte, die zur Hure geworden ist und von Israel wegen dieser Unzucht geschmäht wird, die mit ihr getrieben wird. Und sie wird fast von jedem angepfuit, weil eine jede Partei die Kirche der anderen als ein Hurenhaus beschimpft, wie genug vor Augen steht, und alle Buchläden (wo man die Bibel verkauft) von solchem Geschrei voll sind, und man jetzt im Sturm steht, um das Hurenhaus zu bestürmen.

63.46. Aber den Kindern Gottes sei gesagt: Die Kirchen tun niemandem ein Leid an und wurden von der ersten christlichen Kraft mit guter Meinung gestiftet. Und sie wären sehr gut und nützlich und bedürften keiner Umstürzung, wenn nur Ruben von seiner Hurerei abließe, mit welcher er sie schändet, so daß ihre Diener gereinigt wären und sie sich nicht ohne Salbung des Heiligen Geistes zu Dienern dieser Nebenfrau Gottes erheben würden, wie sonst nur um zeitlicher Ehre und Wollust willen geschieht, die der Kirche so nützlich sind, wie ein fünftes Rad am Wagen. So daß sie mit fünf Rädern an ihrem Wagen fahren, während das fünfte in der Luft schwebt und mit ihrem Zank in den Abgrund der Hölle fährt.

63.47. Das steinerne Haus der Kirche hat in sich selber keine größere Heiligkeit als andere Häuser, denn es wird aus Steinen gebaut, wie andere Häuser, und Gott ist darin nicht kräftiger als in anderen Häusern. Aber die Gemeinde, welche dort hineingeht und zusammenkommt und sich mit ihrem Gebet in einem Leib in Christus verbindet, dessen Vorbild die Kirche ist, die hat den heiligen Tempel Jesu Christi in sich.

63.48. Ihr Lobgesang ist die Wiege des Kindlein Jesu Christi, darin das Kindlein Jesu mit einhelliger Stimme im Herzen der Menschen gewiegt wird, und nicht im Griff der Kirche, die stumm ist.

63.49. Und ihre Diener sind nicht besser als alle anderen Menschen. Aber die Kraft, die in der Salbung des Heiligen Geistes geübt wird, die hat die Gewalt im Opfer und ist der Schlüssel.

63.50. Wer da würdig in die Kirche gehen will, der soll den Tempel Jesu Christi in sich mit hineinbringen, oder zumindest in solchem Vorsatz sein, daß er ihn in seinem Herzen mit herausbringen will. Sonst hat er mit seinem Ein- und Ausgehen nur eine geistige scheinheuchlerische Hurerei begangen, und ist um nichts heiliger, wenn er herausgeht. Und er hätte mit seiner stolzen Pracht in schönen Kleidern besser am Markt gestanden, wo ihn auch die Leute sehen könnten, und hätte vielleicht damit nicht manches frommes Herz verwirrt.

63.51. Dies haben wir bei der Erkenntnis dieser Darstellung andeuten wollen, daß ein Christ nicht auf den Schein der Kirche sehen soll, sondern denken, daß die Kirche nur ein Vorbild Christi sei, und daß nicht das ein Christ sei, der nur in das Vorbild hineingeht und sich dazu bekennt. Sondern das ist ein Christ, der ganz in Christi Menschwerdung, Leiden und Tod hineingeht und im Tod Christi seiner Heuchelei abstirbt, und der aus Christi Tod mit einem neuen Willen und Gehorsam aufersteht und nach seinem innerlichen Grund in Christus lebt und ist, welcher selbst der Tempel Christi wird, in dem Christus mit seiner Kraft wirkt und dadurch die Sünde im Fleisch tötet. Dieser ist ein Christ in Christus und kann wahrhaftig in das Vorbild Christi eingehen und sein Christentum darin üben, und der wird Gottes Wort hören und in seinem Herzen bewahren.

63.52. Und wenn dann nur eine Kuhglocke in ihrem Hall den Namen Gottes andeutet, dann wird ihm Christus in ihm selbst predigen. Denn kein Toter kann den anderen vom Tode aufwecken, noch ein Blinder dem anderen den Weg weisen, sonst fallen sie beide in die Grube, wie Christus spricht (Matth. 15.14).

63.53. Im Weiteren berichtet der Geist Moses in seiner Darstellung vom Erzvater Isaak und seinem Tod und sagt: »Und Jakob kam zu seinem Vater Isaak nach Mamre in die Hauptstadt, die Hebron heißt, darin Abraham und Isaak Fremdlinge gewesen sind. Und Isaak war 180 Jahre alt, nahm ab und starb und wurde versammelt zu seinen Vätern.« Dies ist eine Darstellung, wie Christi Kinder in dieser Pilgerschaft nur fremde Kinder sind und in der Welt nichts Eigenes haben, und schließlich alle wieder zu ihrem ersten Vater kommen, der sie erschaffen hat, wie Jakob wieder zu seinem Vater vor seinem Ende kam. So auch sind wir in dieser Pilgerschaft in dieser irdischen Kirche nur Hausgenossen und fremde Kinder, denn wir müssen schließlich in unser wahres Vaterland eingehen, nämlich in die englische Kirche Christi.


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