Vom dreifachen Leben des Menschen

Nach der Theorie über die „Drei Prinzipien“ geht es nun mehr um die praktische Seite vom „Dreifachen Leben“, oder wie Jacob Böhme selbst schreibt:
Dem Menschen ist in diesem Jammertal auf Erden nichts nötiger und nützlicher, als daß er sich selbst erkennen lerne, was er sei, von woher er kommt und wohin er will, was er werde und wohin er gehe, wenn er stirbt. Das ist einem jeden am nützlichsten zu wissen. (§12.1) Ihr lieben Brüder, seht euch jetzt in dieser Welt wohl vor, denn man führt euch auf scheinheiligen Wegen, man rühmt viel vom Glauben und führt den Menschen in den historischen Glauben, der nur eine Wissenschaft ist, und man lehrt euch die Wissenschaft, und wer ihr nicht anhängt, wird für einen Ketzer gehalten. (§14.6)

Inhaltsverzeichnis - »Vom dreifachen Leben des Menschen« (1620)

Vorrede an die Leser
1. Kapitel - Vom Ursprung des Lebens
2. Kapitel - Die ewige Gebärerin
3. Kapitel - Die sechste Gestaltung der Natur
4. Kapitel - Die siebente Gestaltung der Natur
5. Kapitel - Von der Weisheit Gottes und der Engelwelt
6. Kapitel - Die Welt und das Paradies
7. Kapitel - Die Suche nach dem Verlorenen
8. Kapitel - Das jenseitige Leben
9. Kapitel - Das Regiment des Menschen
10. Kapitel - Die Schöpfung aller Wesen
11. Kapitel - Die wahre Erkenntnis des Menschen
12. Kapitel - Vom christlichen Leben und Wandel
13. Kapitel - Die hochwürdigen Testamente
14. Kapitel - Vom breiten und schmalen Weg
15. Kapitel - Die gegensätzliche Welt und ihre Bosheit
16. Kapitel - Vom Beten und Entsagen
17. Kapitel - Vom Segen Gottes in der Welt
18. Kapitel - Vom Tod und Sterben

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Jacob Böhme, Vom dreifachen Leben, 1682

Titelbild zur Ausgabe der „Vom dreifachen Leben“ von 1682. Hier sehen wir ähnlich dem Bild von den „Drei Prinzipien“ die drei Reiche des Lebens, die doch zusammen nur ein Leben sind, aber entsprechend des Lichtes bzw. Bewußtseins unterschiedlich erscheinen. Oben steht die lichtvolle himmlische Welt der Engel mit den geistigen Augen eines ganzheitlichen Bewußtseins und dem Heiligen Geist in einem nach unten gerichtetem Dreieck, das an das besänftigende Wasser des ewigen Lebens erinnert. Demgegenüber steht unten die dunkle Welt des Teufels mit vier Tiergestalten, vermutlich Drache, Schlange, Löwe und Fuchs, die für die vier Helfer des Teufels stehen könnten, nämlich überheblicher Stolz, unzufriedener Zorn, egoistischer Geiz und persönlicher Neid. Und in der Mitte befindet sich unser vergängliches Reich der irdischen Welt in Form einer Kugel, in der die Aspekte des siebenfachen Rades aus der „Aurora“ (§13.81) und dem Rad der Natur aus diesem Text (§9.59) vereint wurden. Im Äußeren der Kugel sieht man den Kreis der 12 Sternzeichen mit den Sternen, dann die Symbole der 5 Planeten Saturn, Jupiter, Mars, Venus und Merkur, darunter die Erde mit dem Mond, und in der Mitte die Sonne. Von oben strahlt das helle Himmelsreich herein, und von unten die dunkle Unterwelt, und der Mensch hat die Freiheit, sein Bewußtsein entweder nach oben zum Licht oder nach unten zur Dunkelheit zu entwickeln.

Verwendete Quellen zur deutschen Überarbeitung

Hohe Gründe, vom dreyfachen Leben des Menschen, Jacob Böhme, 1680
Hohe und tieffe Gründe vom dreyfachen Leben des Menschen, Jacob Böhme, 1682
Theosophia Revelata, Band 3, Jacob Böhme, 1730
Vom dreifachen Leben des Menschen, J.A. Barth, 1840

Veröffentlichung: 24. Dezember 2021 (Frohe Weihnachten!)